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Die Fuckup Night im Roxy

90% aller Startups scheitern. Mit dem eigenen Startup zu crashen ist also so bitter wie vorhersehbar und ein Ereignis, dass jeder erstmal verdauen muss. Nicht wenige verbinden damit sogar eine gewisse Scham.
Bei der Fuckup Night ist es genau umgekehrt: hier stehen die eigenen Niederschläge im Mittelpunkt und werden fast schon gefeiert. Rocket Ulm war für euch am Start…und hat sich diesmal kein Fuckup geleistet!
An der Stelle geht ein Dank an Heino Trusheim, der das Event mit Witz moderiert und für den ein oder anderen Lacher gesorgt hat. Außerdem an Sebastian Huber von der Stadt Ulm, der die Veranstaltung organisiert und möglich gemacht hat.

Irmeli Gnilka

Die bunt gekleidete Finnin macht mit ihrer Story den Anfang. Mit ihrem ersten Startup hat sie Kleidung über Homeparties verkauft, wie man es von Tupperware kennt. Das Konzept kam gut an und erste Umsätze ließen nicht lange auf sich warten. Nach dem ersten Jahr hatte sie 3 Verkäuferinnen und im dritten Jahr ein Kernteam aus 4 weiteren Frauen, die in und an dem Unternehmen arbeiteten. Zusammen waren sie auf Modemessen in Frankfurt und München, haben sich die neuesten Kollektionen angeschaut und sich für ihre Homeparties ausgestattet. Es war eine aufregende Zeit, sagt Irmeli. Die Firma wuchs in dieser Zeit kräftig und erreichte schon bald einen Jahresumsatz von 250.000 Euro.

Und hier begann es, für Irmeli wackelig zu werden. Wie sie selbst sagt hat sie nie gelernt, vernünftig mit Geld zu wirtschaften. Und so ging es ihr wie vielen unerfahrenen Gründern, die schnell erfolgreich werden: es stieg ihr ein wenig zu Kopf.
Teure Restaurants und Shoppingtouren gehörten zu ihrem neuen Alltag und natürlich waren da noch ihre drei Kinder, die sie gerne verwöhnte. Die Familie fuhr nun mehrmals im Jahr nach Italien in den Urlaub. Kurz gesagt: Geld spielte keine Rolle. Doch irgendwann kam das “verflixte dritte Jahr”. Das Finanzamt meldete sich. Da das Unternehmen gut lief, war eine Umsatzsteuervorauszahlung fällig, die sie mit Ach und Krach leisten konnte. Im folgenden Jahr hatte Irmeli noch öfter das Vergnügen mit dem Finanzamt, was schließlich in der Insolvenz ihres Unternehmens endete.

Learning

  • Such’ dir unbedingt einen ordentlichen Steuerberater, der auch deine Branche kennt
  • Suche Kontakt zu anderen Unternehmern ( z.B. durch Netzwerke) damit du jemanden hast, der dir voraus ist, Erfahrung hat und dir hilft, diese groben Fehler zu umschiffen
  • Zahle privaten Konsum nicht aus der Firmenkasse
  • Entwickle unbedingt eine Strategie und einen Finanzplan für dein Unternehmen
  • Lerne trotz Erfolg zu sparen und auf dem Boden zu bleiben

Übrigens

Irmeli ging nach ihrem Fuckup wieder in die Festanstellung zurück. Dort hielt sie es ganze 7 Monate aus. Nachdem sie schuldenfrei war, kündigte sie ihren Job und ging noch einmal den Schritt in die Selbständigkeit. Heute verkauft sie bunte Wasserflaschen aus Finnland und coacht Einzelhändler darin, wie sie ihre Umsätze steigern können.
Sie lebt minimalistisch und gibt für ihre früheren Leidenschaften kaum noch Geld aus, fügt aber mit einem Augenzwinkern hinzu: “Das geht ganz gut. Ich habe das ganze Zeug von früher noch, das reicht vermutlich noch für die nächsten Jahre.”

Dr. Dennis Schlippert

Dennis Schlippert wusste schon sehr früh, wo er beruflich hinwollte: eine Stelle an der Leibniz Universität Hannover sollte es werden. So hat er sehr früh die Weichen für seine Karriere gestellt und fleißig darauf hingearbeitet. Da schien es fast schon Fügung zu sein, als die Universität für unterschiedliche Themenfelder Stipendien anbot, auf die man sich bewerben konnte. Dennis war sofort klar: er gehörte zu den Auserwählten. Tatsächlich wurde er auch eingeladen, sich vorzustellen. Soweit lief alles nach Plan.

Zu seiner Stipendienprüfung kam er minimal übermüdet, weil er erst am Abend zuvor von einer Reise aus den USA zurückgekehrt war. Kein Jetlag würde sich zwischen ihn und sein Stipendium stellen. Was ihm an Vorbereitung fehlte, gleichte er mit Selbstbewusstsein aus.
Das reichte diesmal aber nicht aus, um die Prüfer zufrieden zu stellen. Er konnte nicht die Leistung abliefern, die er von sich gewohnt war und verließ den Raum an diesem Tag nicht als Gewinner. Diese Stipendien waren sehr begehrt, die Konkurrenz entsprechend hoch und er ihm wurde bald klar, dass er eine einmalige Chance leichtsinnig vertan hatte.

Learning

  • Hochmut kommt vor dem Fall
  • Überschätze dich niemals selbst. Egal, wie gut du bist.

Übrigens

Dennis hat trotzdem noch ein Stipendium erhalten. Auf dem letzten Listenplatz, für ein kleines Projekt und mit ein bisschen Glück. Wir freuen uns mit ihm über das Happy End!

Anton Knaus

Anton ist Ingenieur und macht Standup Comedy. Wie passiert denn sowas, fragt ihr euch?
Nun, es hat mit seinem Fuckup zu tun.

Er war vor einigen Jahren nämlich am Bau einer 900 MW Windkraftanlage in Brasilien beteiligt. Dort sollte er die Qualität der Fundamente überprüfen. Eines Tages gab es mit einem anderen beteiligten Unternehmen auf der Baustelle Schwierigkeiten und man traf sich, um zu besprechen wie man damit umgehen sollte. Antons Ansprache muss sehr überzeugend gewesen sein, obwohl er noch etwas grün hinter den Ohren war, denn man entschied sich für seine Lösung. Diese bestand darin, besagte Firma auszuwechseln. Das stieß bei den dort angestellten Menschen offenbar nicht auf Begeisterung, war die Stimmung wegen der Situation ohnehin schon sehr angespannt.

Sie gingen in den Streik. Nun muss man wissen, dass ein Streik in Brasilien oft etwas anders abläuft. Es geht meist weniger darum, mit Trillerpfeifen und Plakaten für seine Sache zu lärmen, sondern eher mit Stöcken auf Autos einzuprügeln. Und wenn es ganz dicke kommt; so, wie beim Anton, blockieren die Streikenden auch noch alle anderen Gewerke und legen die gesamte Baustelle lahm.
Seine Idee hat letztendlich dazu geführt, dass das Projekt am Ende doppelt so teuer war und sich um Wochen verzögerte.
Er selbst sagt lachend, dass er jetzt Standup macht, weil man sowas nur mit Humor ertragen könne.

Learning

  •  Er hat sich zu oft von seinen Emotionen leiten lassen. Gerade in einer Umgebung, in der der Ton rauer ist und viele Akteure miteinander (und auch gegeneinander) arbeiten, wiegt man seine Entscheidungen oft strategisch ab, anstatt objektiv das Ziel der Sache im Auge zu behalten.
  • Bei allem, was man tut, sollte man seinen Fokus auf das Ziel setzen und sich fragen: überlappt sich das mit meinen eigenen Ambitionen? Bin ich hier richtig?
  • Um Projekte erfolgreich zu beenden, muss es eine „Trust and Relax Atmosphäre“ geben, in der die einzelnen Akteure sich auf das Endergebnis konzentrieren können, ohne sich ständig in Grabenkämpfen gegenseitig aufzureiben.

Übrigens

Antons Humor liegt irgendwo zwischen locker, smart und Gossensprache. Er tritt hauptsächlich in Hamburg auf, also wenn ihr mal in der Stadt seid, checkt ihn aus. Es lohnt sich!

Caroline Schwarz

Den Ulmern ist der Name Ehinger-Schwarz vermutlich schon einmal über den Weg gelaufen. Manch einer denkt dabei vielleicht sogar direkt an Schmuck. Die wenigsten wissen aber, dass die Familie Schwarz eine spannende Geschichte zu erzählen hat, die Caroline Schwarz an diesem Abend zum ersten mal öffentlich erzählt hat.

Obwohl ihr im eigenen Familienunternehmen alle Türen offen standen entschied sie sich früh, Schauspielerin zu werden. So spielte sie einige Jahre am Theater in Berlin, bis sie ihr Weg eines Tages wieder zurück nach Ulm führte. Ihre Eltern baten sie eine Broschüre für das Unternehmen zu gestalten. Rückblickend sagt sie, dass dies der erste Schritt zurück gewesen ist.

Caroline übernimmt die Verantwortung über das Marketing, später steigt sie in die Geschäftsleitung ein. Die nächsten Jahre sind ereignisreich und nicht arm an Höhen und Tiefen. Sie erzählt von Besuchen in New-York, von schillernden Events und einem Lifestyle, den die Meisten nur aus dem Fernsehen kennen. Aber auch von der Finanzkrise und den rauen Tagen, die für viele Unternehmen anbrachen. Und von Sorgen.

Eines Tages im Jahr 2012 kam ihr Mitarbeiter, der für die Finanzen zuständig ist, zu ihr. Mit gedrückter Stimme erklärte er ihr, dass Ehinger-Schwarz die Löhne der über 100 Mitarbeiter nicht mehr zahlen könne. Der Schock saß tief. In den nächsten Tagen kamen Banken und Berater ins Haus, um die Probleme der Firma zu lösen. Für Caroline eine erschöpfende Zeit.

In dieser Zeit schrieb ihr Vater ihr einen Brief, in dem zusammengefasst in etwa dies stand:

Eigentlich ist es schade. Alles, was ich je gemacht habe, ist aus einer Lust an der Sache entstanden.“

Für Caroline hingegen war die Arbeit in der Firma seit jeher mehr ein Kampf und weniger eine Leidenschaft. Und so fragte sie sich zum ersten mal wie es wohl wäre, das Unternehmen einfach loszulassen. Später sollte es genau so kommen. Sie gab das Unternehmen ab und verließ es. Und sie sagt: „Für mich war es eine riesige Erleichterung und eine Befreiung.“

Learning

  • Ihr Vater hatte Recht: man sollte immer eine gewisse Freude an dem haben, was man tut.
  • Man sollte trotz Niederlagen immer an sich glauben.

Übrigens

Heute ist Caroline Schwarz Trainerin für Kommunikation und Gastdozentin an der HNU.

Fotografin: Nadja Wollinsky
Copyright: Stadtarchiv Ulm

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The Triangle

Der 30. Juli wird bei der HNU in Zukunft rot im Kalender angestrichen sein. An diesem Tag ging nämlich das erste Startup-Event der HNU „The Triangle“ an den Start.

The Triangle bedeutet: man möchte wie in einem Dreieck drei Arten von Menschen miteinander connecten: Gründer in sehr frühen Phasen, erfolgreiche Startups und etablierte Unternehmen.
Diese Kombination hat tatsächlich viele Vorteile: die ganz jungen lernen von denen, die ihnen schon ein paar Schritte voraus, aber noch in ihrer Welt unterwegs sind. Beide profitieren von der langjährigen Erfahrung etablierter Unternehmen. Für alle drei bieten sich Chancen für gute Partnerschaften.

Mit dabei waren:

Early-Stage Startups: Wasserpunkt, Spark To Go, Peng
Startup: Recup
Grownup: Brauerei Berg

Kein Startup-Event ohne Pitches. An diesem Abend standen 500 Euro für den Sieger auf dem Spiel, die gerne den Besitzer wechseln würden. An dieser Stelle geht ein „Danke“ an die IHK Ulm und IHK Schwaben raus, die den Betrag bereitgestellt haben.

Wasserpunkt

Wasserpunkt möchte jedem Menschen auf der Welt den Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen.
Wer geht an heißen Tagen nicht gerne ins nächste Geschäft, um dort den Kühlschrank zu plündern? Wenn das Thermometer, wie jetzt, 30 Grad und mehr  anzeigt kommen die Läden oft gar nicht nach, neue Getränke hineinzustellen. Diese kommen zum Großteil in Plastikflaschen und Aluminiumdosen daher. Dass das für die Umwelt zwischenzeitlich ein echtes Problem ist, weiß mittlerweile jedes Kind.
Hier setzt Wasserpunkt an. Das Startup will an öffentlichen Orten in Ulm Wasserspender aufstellen, an denen man sich frisches, kühles Wasser in seine eigene Flasche abfüllen kann…die dann bestenfalls aus Glas ist. So wird nicht nur ein riesiger Haufen Müll vermieden, es kostet auch nur einen Bruchteil : 1 Liter zapft ihr für 20 Cent.
Der Hammer: bei jedem Kauf werden automatisch 25% an Trinkwasserprojekte weltweit gespendet.

Das Startup wird die Wasserspender installieren, betreiben und die Hygiene sicherstellen. Gewinn soll über den Verkauf von Wasser generiert werden, aber auch durch Werbung auf den Geräten.
Ziel ist es, dass in Großstädten immer eine Wasserpunkt-Quelle zu Fuß erreichbar ist. Sehr ambitioniert!
Als ersten Standort haben sich die Gründer Ulm ausgesucht. Dafür wird man Gespräche mit der Verwaltung führen müssen. Ein freundlicher Wink geht also auch in Richtung der Stadt Ulm.

Status: in Gründung | Investoren gesucht

Spark To Go

Menschen trinken unheimlich viel Wasser. Vor allem in Deutschland ist der Sprudel eines der beliebtesten und gesündesten Lebensmittel. Leider kommt auch dieser mittlerweile zu einem großen Teil aus Plastikflaschen. Das Problem ist bekannt und Produkte wie der Sodastream haben darauf schon eine recht gute Antwort gefunden: man sprudelt sich das Wasser einfach selbst in seine Glasflasche. Darauf baut Spark To Go auf.

Das Startup entwickelt wiederverwendbare Metallflaschen mit integriertem Karbonisierungssystem. So braucht man nur noch kaltes Leitungswasser, um das für sich passende Mineralwasser herzustellen. Das Kistenschleppen entfällt und man muss sich auch nicht mehr zwischen „Classic“ und „Sanft“ entscheiden. Natürlich ist das Wasser dadurch auch günstiger: für 28-30 Cent erhaltet ihr einen Liter Agua con Gas!

Wie kommen ein Amerikaner aus Kalifornien und ein Südafrikaner überhaupt auf die Idee, in Deutschland ein Startup zu gründen?
Wie uns Luke Patruno und Pieter Prinsloo erzählen, trinken die Deutschen 9-mal so viel Sprudel wie die US Amerikaner. Oha! Der Markt ist also viel größer und entsprechend empfänglicher für Innovationen.
Die Gründer starten jetzt mit einem EXIST-Stipendium und im Frühjahr 2021 soll der Prototyp stehen.

Status: Pre-Seed

PENG

Wer an Energydrinks denkt, hat sofort übersüßte Kalorienbomben im Kopf, über die man regelmäßig jede Menge Negatives hört. So ging es vermutlich auch Marten Schulze, als er sich überlegte, ob es sowas denn nicht auch in gesund geben könnte. Die Frage hat sich vermutlich jeder, der Energydrinks trinkt, schonmal gestellt.
Also fing er an sich sein neues Getränk selbst zu mischen, das er später PENG taufen würde. Marten selbst verkörpert den PENG-Effekt als Gesicht der Marke übrigens sehr gut. Sein Pitch ist witzig und unkonventionell und manchmal hat man den Eindruck, dass Marten selbst fleischgewordenes PENG ist.  
Natural Drinks sind in und bedienen einen wachsenden Markt. Darauf zielt PENG ab. Kein Zucker, keine Stabilisatoren, kein Süßstoff. Wer schonmal ein Glas Wasser mit einem Stück Zitrone darin getrunken hat, bekommt schon eine sehr gute Vorstellung davon was PENG ist.
Der Verkauf soll nicht durch die klassischen Kanäle im Lebensmittel-Einzelhandel passieren. PENG sieht seine Nische auf Festivals, Sportveranstaltungen oder Partys. Damit geht der Gründer ganz bewusst einen Weg, der nicht auf große Investoren und Kredit baut, die man eigentlich für den Eintritt in diesen Markt benötigt. Ein Underdog, der sich nicht auf das Spiel der großen Etablierten einlässt, sondern kreativ versucht seinen eigenen Weg in den Markt zu finden.
Wir denken, das könnte spannend werden. Die ersten 50.000 Dosen sind auf jeden Fall schon fast abverkauft und Marten plant schon die nächste Abfüllung.

Nach den Pitches wurden in einer offenen Diskussion unterschiedliche Themen besprochen. Insbesondere die Auswirkungen der Corona-Krise beschäftigte die Unternehmen. Insbesondere Recup hat die Schließung von Cafes stark zu spüren bekommen. Der Gründer Florian Pachaly konnte dem aber trotzdem etwas Guts abgewinnen:

Wir wachsen seit 3 Jahren stark und haben uns dabei mehrmals überholt. Corona gab uns Zeit, nachzuarbeiten, wozu man im Eifer des Gefechts nicht immer kommt.“

Das Startup will Einwegbecher vermeiden und hat dafür ein Pfandsystem entwickelt, bei dem der Kunde seine Tasse bei unterschiedlichen Cafes in der Stadt wieder abgeben kann. Über 2000 Cafes in Deutschland machen inzwischen bei Recup mit. Jetzt sagt das Startup mit Rebowl auch den Einwegverpackungen beim Take-Away Essen den Kampf an.

Äußerst schön zu sehen war, dass Berg Bier sich für das Event gewinnen ließ. Selbstverständlich ist das für ein Unternehmen, das um 1466 selbst Startup war, sicher nicht. Über 550 Jahre Unternehmensgeschichte bringt Berg mit in dieses Event. Und auch den ein oder anderen Rat hat Geschäftsführer Ulrich Zimmermann für die Grüner:

  • Finde einen Ausgleich zwischen deinen Emotion und den „Zahlen“
  • Bewahre das Leuchten in den Augen, wenn es um das eigene Produkt geht
  • Ehrlich bleiben. Der Kunde merkt, ob Dinge authentisch sind oder nicht

Ich finde, das war ein super Schlusswort für den Abend und bin mir sicher, dass das HNU-Team um Martin Schwarz schon bald wieder von sich Reden machen wird.

Übrigens: den Pitch-Wettbewerb hat Wasserpunkt gewonnen. Der Sieger des Abends war Recup. Herzlichen Glückwunsch!

von Links: das fünfköpfige Team inkl. Annika Degen (Wasserpunkt), Luke Patruno (Spark To Go), Marten Schulze (PENG) und Florian Pachaly von Recup
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Neue Pitches beim digitalen Gründer-BBQ

Beim digitalen Gründergrillen am 16.07 wurde wieder hart gepitcht. Damit ihr nichts verpasst liefern wir euch hier im Kurzformat die Pitches nach.

Den Anfang hat Nadine Rischmeyer, ihrerseits Gründerin, mit ihrem Impuls “Get your startup organized” gemacht. Die Gründer haben in einem Rundumschlag Ideen und Know-How zu den wichtigsten Themen erhalten: wie baue und halte ich ein Team, wie setze ich mir die richtigen Ziele, welche Methoden gibt es, die mir helfen produktiv zu bleiben? Vor allem in der Gründungsphase ist es für Startups wichtig, hier gute Gedankenanstöße zu erhalten.

Die Pitches

Storekeepers
Der erste Pitch kam von Bristol Nimerik von Storekeepers. Das Startup möchte eine ERP Lösung für kleine Geschäfte im Einzelhandel als SaaS-Lösung anbieten. Kleine Händler haben oft das Problem gar kein ERP zu haben, oft wird auch sehr rudimentär mit Excel Listen gearbeitet. Gängige ERP Systeme sind für einen kleinen Einzelhändler in der Regel einfach zu teuer. Hier kommt Storekeepers mit einem auf diese spezielle Zielgruppe zugeschnittenen ERP ins Spiel. Das Team hilft sogar bei der Aufnahme der Produkte in das Inventar. Durch die SaaS-Lösung kann das Startup in Zukunft auch leicht skalieren.

 

Catch your bug
Für Asien-Urlauber Normalität, für Europäer noch ein wenig verwunderlich: Insekten als Nahrungsmittel. Marco Schebesta verarbeitet und vertreibt Insekten, entweder am Stück oder in Form von Mehl. Diese haben einige entscheidende Vorteile und könnten tatsächlich auch ein paar Probleme der Zukunft lösen. So verbrauchen sie in der Zucht deutlich weniger Wasser, brauchen weniger Fläche und haben alle essentiellen Fettsäuren an Bord, die der Mensch braucht; außerdem sind sie reich an Proteinen, Vitaminen und Ballaststoffen. Ein echtes Powerfood also! Catch your bug ist zwischenzeitlich einer der ersten zugelassenen Speiseinsektenzüchter in Deutschland. Wir glauben: von Marco Schebest und Team werden wir in Zukunft noch mehr hören.

Der dritte Pitch kam von Arthur Doppler von der Universität Ulm. Der Biotechniker hat erkannt, dass es ein bestimmtes Antigen auf dem Markt nur unzureichender Menge und Qualität gibt. Deshalb wird er sich daran machen, es in Zukunft selbst herzustellen.
Wir bleiben natürlich dran, sollte sich hier eine Gründung abzeichnen.

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Büros und Coworking für Startups in Ulm

// Ob zentral, stylish oder günstig. Ulm hat für jeden Gründer ein Dach über dem Kopf!

Natürlich könnt ihr in der Garage gründen. Oder im Dachgeschoss eines Gasthofs, wie die Innovations ON es getan hat. Spätestens, wenn das Startup eine gewisse Reife erreicht hat und erste Kunden zu Besuch kommen sollte sich das aber ändern.
Wir haben Ulm für euch durchstreift und die Startup und Coworking Spaces der Stadt für euch zusammengefuchst.

Wer in Ulm nach Büros sucht, kommt um die TFU nicht herum. Mit insgesamt 3 Standorten in Ulm und Neu-Ulm ist die TFU die Anlaufstelle für Gründer und Gründerinnen auf der Suche nach einer neuen Heimat. Hier könnt ihr unkompliziert einzelne Büros mieten und euch flexibel vergrößern, falls euer Startup zur Rakete wird und neues Personal dazukommt.
Im Preis inbegriffen sind z.B. Drucker, Reinigung und die Mitbenutzung der Gemeinschaftsküche. Seminarräume können bei Bedarf hinzugebucht werden. Auch schön: die Mietzeit ist kurz; eben ganz gründergerecht.

Ulm – Science Park II
Ein sehr moderner Standort auf dem Eselsberg in Ulm (und mein Favorit!). Ich war hier selbst ein gutes Jahr eingemietet und habe es keinen Tag bereut.

Pros

  • Moderne, attraktive Büros
  • Innovative Unternehmen und Forschung in unmittelbarer Nachbarschaft, z.B. das Bosch Innovationlab, Sartorius, Nokia, BMW Car-IT und mehr
  • Es gibt im Erdgeschoss eine Kantine. Zusätzlich bekommt ihr was von den Food-Trucks auf den Teller, die hier beinahe täglich Halt machen. Meine Empfehlung: Flotte Lotte. Hungrig muss hier nun wirklich niemand nach Hause gehen!
  • Gute Anbindung durch Autobahn und Straßenbahn
  • Eine sehr nette Aussicht

Cons

  • Parkplätze sind Mangelware
  • Zu den Stoßzeiten ist hier viel Verkehr

 

Ulm – Biotechnologie-Zentrum
Der Name ist Programm. Der Standort ist vor allem für Biotech Unternehmen spannend, da hier diverse Labors mitgenutzt werden können.

Pros

  • Einfacher Zugriff auf Laborequipment
  • Infrastruktur wie Supermärkte, Restaurants und Bus+Bahn in der Nähe

Cons

  • Aufgrund der Lage steht man hier zu Stoßzeiten schonmal im Stau

Neu-Ulm – Gründerzentrum
Ein eher unauffälliger Standort. Die TFU wurde hier einst ins Leben gerufen. Das Alter spürt man dem Gebäude zwar etwas ab, das Gründerflair hat sich aber trotzdem super gehalten. Platz zum Arbeiten, andere Startups: was will man mehr?

Pros

  • Gute Anbindung mit dem Auto und Bus
  • Günstiger als die anderen Standorte
  • Gastronomie und Supermarkt in der Nähe
  • Wiley-Park in der Nähe

Cons

  • Sehr wenige Parkplätze

Im schönen Söflingen liegt das Business Center Ulm. Hier gibt es einzelne Büros und einen Coworking-Space unter einem Dach.

Pros

  • Flexible Laufzeiten
  • Telefonzentrale hinzubuchbar
  • Weitere Services, z.B. Kaltakquise
  • Gastronomie und Supermarkt in unmittelbarer Nähe

Cons

  • Zu Stoßzeiten sehr verkehrsintensiv

Mit dem Ausbau der Wilhelmsburg zieht in die Burganlage wieder Leben ein. Zwei Stockwerke wurden modernisiert und an junge Unternehmen vermietet. Sicher einer der außergewöhnlichsten Standorte für Gründer.

Pros

  • Modern renovierte Räume
  • Hoch repräsentative, geschichtsträchtige Location
  • Gute Anbindung an Autobahn und Bus
  • Ruhiger Standort im Grünen
  • Im Sommer finden im Hof diverse Events statt

Cons

  • Keine Gastronomie oder Supermärkte in unmittelbarer Nähe
  • Es gibt eine Warteliste
  • Raumakkustik ist durch die hohen Decken eine Herausforderung

Mitten in der Ulmer City gelegen ist diese Location sicher eine der schicksten Plätze zum Arbeiten. Vor allem, wenn man selbst in der Stadt wohnt. Hier sind vor allem Freelancer unterwegs, für ganze Teams eignet sich der eher kleine Coworking-Space also nicht.

Pros

  • Zentral in Ulm
  • Vielfältige Gastro, Supermarkt, öffentliche Verkehrsmittel in unmittelbarer Nähe

Cons

  • Schwierige Parkplatzsituation
  • Zu Stoßzeiten lange Wartezeiten im Feierabendverkehr

Im Geschwister-Scholl-Haus finden wir den 3F Coworking-Space. Diese Location ist schön eingerichtet und liegt ebenfalls sehr zentral am Rande der Oststadt.

Pros

  • Zentrale Lage, gute Anbindung
  • Gastro und Supermarkt in unmittelbarer Nähe
  • Community Angebote wie gemeinsames Mittagessen und After-Work

Cons

  • Zu Stoßzeiten steht man im Feierabendverkehr
  • Schwierige Parkplatzsituation

Details zu dieser Location folgen

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Voller Einsatz für Startups: die IHK Ulm

// Startup Ökosystem Ulm powered by IHK Ulm

Wenn man von Startups spricht, kommt einem nicht unbedingt zuerst Ulm in den Sinn. Zweifelsohne liegt Ulm für Startups strategisch eigentlich äußerst günstig, allerdings tat sich die Stadt mit Neuem in der Vergangenheit eher schwer. Das Mindset war schon immer eher konservativ und verhalten. Nicht selten schweiften Unternehmen bei ihrer Anbietersuche gerne in die Ferne zum etablierten Anbieter; sogar dann, wenn in der eigenen Stadt die gleiche oder sogar bessere Qualität von einem Startup angeboten wurde. Ein Produktmanager verriet mir einst sogar, dass man neue Produkte immer zuerst in Schwaben testete.

“Wenn es hier funktioniert, läuft es überall.”

So überrascht es wenig, dass Gründer aus Ulm die Stadt oft verlassen. Mit Stuttgart und München als Nachbarn bieten sich hier zwei Startup-Ökosysteme an, die die Zeichen der Zeit sehr früh erkannt haben und entsprechend um Talente buhlen. Mit großem Erfolg!

Deshalb überrascht es vielleicht auch, dass die neue Startup-Initiative “Startup-Region Ulm” gerade von der IHK Ulm ins Leben gerufen wurde. Kann das funktionieren? Ist die Kluft zwischen der Szene und der althergebrachten IHK nicht zu groß, die Vorstellungen zu unterschiedlich?
Es hat sich herausgestellt: es funktioniert ganz wunderbar.

Als die Initiative 2017 ins Leben gerufen wurde, haben sich ein Dutzend Startups in der IHK zusammenrufen lassen, um sich das Ganze aus der Nähe anzuschauen. Eingeladen war dazu Johannes Ellenberg*, einer der bekanntesten Akteure der Startup-Szene in Stuttgart. Er berichtete von seinen Erfahrungen und gab der jungen Community wertvolle Tipps und Rat für die gemeinsame Zukunft.
In den nächsten Monaten entwickelte sich die Initiative sehr gut. Neue Startups kamen hinzu und die monatlichen Treffen wurden zu einer festen Größe in der Szene. Insbesondere für die Event-Formate hatte das Team um Michael Reichert einen guten Riecher. Das fängt von ganz praktischen Impulsen zu wichtigen Themen an, z.B. Pitch-Training oder Mentorensuche, und geht bis zum Startup-meets-Mittelstand Format, wo beide Ökosysteme in unkomplizierter Atmosphäre zusammengebracht werden. Daraus haben sich für beide Seiten zwischenzeitlich auch wertvolle Kooperationen entwickelt. Als Startup kann man sich kaum mehr wünschen!

Hier zeigt sich nämlich die Stärke einer klassischen Einrichtung, die den Sinn für die Moderne beibehalten hat. Sie kann ihre Verbindung zum Mittelstand nutzen und als Brücke zwischen beiden Welten fungieren. Die Region als Ganzes wird davon nur profitieren. Die IHK Ulm hat sich diesem Ziel verschrieben und trifft es bis jetzt auch sehr gut. Dass diese Initiative im vorsichtigen Ulm grade von einer Einrichtung wie der IHK kommt, macht Hoffnung für die Zukunft. Ulm muss sich langfristig als Startup-Ökosystem behaupten, um zwischen den beiden Riesen im Osten und Westen nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Es ist dringend notwendig, Gründern hier eine Heimat zu geben. Sicherlich muss Ulm noch Vieles aufholen, allerdings sind die Voraussetzungen gut und die eingeschlagene Richtung stimmt. Hält man das Commitment aufrecht, sollte die Szene auch weiterhin stetig wachsen.

Ich konnte mich mit Michael Reichert, Leiter des StarterCenters dazu austauschen.

Michael, was hat euch bei der IHK dazu bewegt die Initiative zu ergreifen und die Startup-Community zu gründen?

Bei der IHK Ulm gab es schon lange großes Engagement im Bereich der Gründerberatung und –Begleitung. Bereits 2001 wurde deshalb das StarterCenter gegründet. Ziel der Initiative war es vor allem, den Austausch unter den regionalen Startups sowie den Austausch zu etablierten Unternehmen und Institutionen zu fördern.

Wie sehen eure Pläne und Ziele für die nächsten Jahre aus?

Die Initiative hat sich schnell zu einer Community mit regelmäßigen Treffen sowie Aktivitäten entwickelt. Wir wünschen uns, dass wir die vielfältigen und steigenden Aktivitäten in der Region unter dem Dach der Startup-Region bündeln können und so gemeinsam mit allen anderen Akteuren in der regionalen Gründerszene die Strahlkraft auch überregional erhöhen. Insbesondere an den Hochschulen und an der Uni hat sich hinsichtlich Gründungskultur in den vergangenen Jahren einiges getan. Unser Ziel ist es hier weiter gemeinsam an einem Strang zu ziehen.

Für Venture-Capital gehen Startups ja noch immer in die großen Städte. Macht ihr euch darüber Gedanken?

Natürlich ist die Finanzierung von Startups ein sehr wichtiges Thema. Wir haben aber gerade hier in der Region ein sehr gutes Netzwerk. Für die Frühphasenfinanzierung haben wir mit der TFU einen Partner von Startup-BW Pre Seed direkt vor Ort. VC-Fonds investieren in der Regel nicht zwingend regional, sondern eher nach Branchen. Bei der Suche nach VC-Gebern ist die Region in der sich die Akteure auf kurzen Wegen kennen sicherlich kein Wettbewerbsnachteil. Bei der IHK Ulm gibt es für das Thema Finanzierung auch einen Spezialisten, an den sich Startups selbstverständlich wenden können.

Was hast du aus der Arbeit mit Startups gelernt?

Ich war ja auch schon vor meiner IHK-Zeit durch eigene unternehmerische Erfahrungen geprägt. In der Arbeit mit Startups habe ich gelernt schneller auf den Punkt zu kommen und mit einer Idee schneller um die Ecke zu kommen. Ich sehe Fehler heute aus einer anderen Perspektive. Ich würde zwar immer noch Risiken abwägen. Manchmal sind Fehler aber günstiger als zu langes abwarten und sie bringen oft auch neue Impulse. Wichtige Impulse bringt aber auch der Austausch untereinander. Die Offenheit in der Gründerszene, sich über Tipps und Fehler auszutauschen begeistert mich besonders.

Auch Martin Deinhard, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm, hat ein Anliegen für Startups. Seine Message dazu:

Startup-Ideen können die Welt von morgen verändern. Funktioniert die Kooperation zwischen Startups und etablierten Unternehmen, so ist dies auch ein wichtiger Faktor für Wirtschaftswachstum und Innovationen. Uns ist es ein Anliegen, Startups und etablierte Unternehmen zu verbinden. Deshalb engagieren wir uns neben unseren vielen Angeboten in der Gründungsberatung gerne in der regionalen Startupszene . Ein Erfolgsformat ist beispielsweise zweimal jährlich unser “Startup meets Mittelstand” Event.

*Johannes Ellenbergs Buch “Der Startup Code” bei Amazon