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Allgäu Digital – Die Gründerszene im Allgäu

Das Allgäu ist nicht nur einer der schönsten Orte in Deutschland, um die Seele baumeln zu lassen. Längst hat sich hier eine lebendige Startup Szene entwickelt! In Kempten leitet Antonia Widmer das digitale Gründerzentrum Allgäu Digital, das mittlerweile auch über die Berge und Hügel hinaus bekannt ist. Zuletzt machte auch der Allgäu Digital Podcast von sich reden. Für Interessierte der digitalen Transformation ist der Podcast definitiv ein Geheimtipp!

Wir haben mit Antonia Widmer über die Vorzüge des Gründens im Allgäu gesprochen und uns erklären lassen, wie sie die Zusammenarbeit zwischen Mittelstand und Startups fördert.

Enjoy!

"Allgäu Digital" hört sich erstmal sehr nach IT an. Gibt es auch Startups aus anderen Bereichen oder haben Sie diesen Schwerpunkt bewusst gewählt?

Wir haben, als vom bayrischen Wirtschaftsministerium gefördertes Gründerzentrum, ganz klar einen digitalen Fokus. Das heißt: die Startups, die sich bei uns um einen Arbeitsplatz und die Netzwerkaktivitäten bewerben, müssen ein digitales Geschäftsmodell aufweisen. Nichtsdestotrotz haben wir auch die gesamte Gründerregion im Auge, da viele unserer Veranstaltungen sowohl für digitale Geschäftsmodelle, als auch für analoge gelten. Uns ist es wichtig, die gesamte Startup und Gründer.innen-Community im Blick zu haben und zu fördern.  So wird es auch in diesem Jahr wieder ein „Startup Basislager“ geben; eine virtuelle Workshop Reihe, die sich mit den allgemeinen Herausforderungen rund um Gründung beschäftigt.

Wir haben uns über die Jahre ein Beratungsnetzwerk aus regionalen Expert.innen aufgebaut, die die Startups aus der Allgäu Digital Community begleiten. Auch die Allgäuer Gründerbühne, die dieses Jahr bereits das 8. Mal stattfinden wird, ist offen für alle interessieren Gründer.innen mit einer spannenden Idee. Allerdings haben wir vor allem durch die vergangenen Monate gesehen, wie viel Potenzial in der Digitalisierung von Geschäftsmodellen steckt und daher denke ich, dass der digitale Fokus auf alle Fälle sinnvoll ist. Den Innovationen, die wir momentan sehen, liegen selten rein analoge Ideen zugrunde.

In Schwaben haben wir generell die Herausforderung, dass Startups Schwierigkeiten haben in eine Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen zu kommen. Wie sind da Ihre Erfahrungen und wie unterstützen Sie Startups diesbezüglich?

Wir haben in unserem Netzwerk starke Unternehmenspartner, die dediziert an der Verknüpfung mit Startups interessiert sind. Diese Kontakte stellen wir dann schnell und unbürokratisch her. Das ist sehr wertvoll, wenn es z.B. um Beta Testing oder die Erlangung der Marktreife geht. Manchmal aber auch nur, um die Frage zu klären, ob es für diese Idee überhaupt einen Markt gibt.
Allerdings ist ein Thema, mit dem wir kämpfen, die Tatsache, dass wir nicht immer den perfekten Match zwischen Startup und Unternehmen haben. Zum Beispiel ist eine Softwareentwicklung für medizinische Verwaltung nicht wirklich sinnvoll für ein Logistikunternehmen oder ähnliches. Wir müssen also kontinuierlich unsere “Antennen auf Empfang haben”, um einen Mehrwert zu schaffen. Das bedeutet, wir müssen den Ökosystem-Gedanken leben und pflegen und kreativ und offen an dem Netzwerk arbeiten. Denn vielleicht gibt es ja in einem anderen Netzwerk ein Startup, das perfekt zu einem Unternehmen in unserem Dunstkreis passen würde? Oder eben außerhalb unserer Grenzen ein Unternehmen, das für eines unserer Startups ein guter Partner wäre.

Das ist sozusagen unser „Purpose“ bei Allgäu Digital. Wir wollen Startups in der Region fördern, wir wollen regionale Wertschöpfung fördern. Das geht nur miteinander. Diese Offenheit müssen wir gerade im ländlichen Raum noch besser leben.

Womit beschäftigen sich die Startups im Allgäu im Allgemeinen?

Wir haben Startups aus den Bereichen Batteriespeichertechnologie, autonomes Fahren, Smart Farming, digitale Videoproduktion, B2B Verwaltungssoftware, CO2 positive Lebensmittel, Serious Games und Künstliche Intelligenz. Ein bunter Strauß an Ideen also, der sich ständig weiter entwickelt.

Welches Startup aus Ihrem Ökosystem hat in letzter Zeit am meisten von sich Reden gemacht?

Das finde ich schwierig zu beantworten, weil sie in unterschiedlichen Entwicklungsstadien sind bzw. teilweise sehr eng eingegrenzte Märkte bedienen. Dynamic Video z.B. hat mit ihrer App zur Videoproduktion „mozaik“ viel Aufmerksamkeit bekommen, aber auch unser Smartfarming Startup Allägu Automation ist sehr erfolgreich.
Im Moment sitzen bei uns andere Gründer an Ideen, die dasselbe Potential haben, aber eben noch nicht Marktreife haben. Das kann aber in 3 Monaten schon anders aussehen und sie erleben einen Durchbruch. Die Dynamik ist hier sehr hoch und die Geschwindigkeit auch.

In welchem jungen Startup sehen Sie großes Potential?

In allen: wir nehmen nur die Startups auf, bei denen wir das Potential sehen zu wachsen, die Innovation in der Region voranzutreiben und innerhalb des Ökosystems Dynamik hervorrufen. Disruption ist nicht immer negativ 😊

 

Beim Allgäu denkt man nicht sofort an eine Gründerregion. Welche Vorteile hat das Allgäu für Startups?

Die Region bietet einen großen Vorteil durch die Work-Life-Balance. Mit den Bergen vor der Haustür gelingt hier die, in meinen Augen, perfekte Mischung zwischen analog und digital.
Kreativität und Ideen entstehen dann, wenn wir zur Ruhe kommen. Das geht nirgendwo besser, als wenn man den Blick auch mal über den eigenen Schreibtisch hebt und z.B. auf einen Berg wandert oder auf die Ski steigt. Das inspiriert, das gibt Kraft und das motiviert. Zusätzlich sind die Lebenshaltungskosten hier auch noch etwas geringer als in den Ballungsräumen. Aber auch industriell ist die Region ausgezeichnet aufgestellt: starke mittelständische Betriebe, Großkonzerne mit Niederlassungen, das zieht Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen an. Genau das, was ein Ökosystem eben braucht.

Und zum Schluss: Verraten Sie uns Ihr Lieblingsrestaurant in Kempten?

Je nach Appetit und Tageszeit: für regionale Küche ist die Weinstube Hensler für mich ein absolutes Juwel: kleine Speisekarte, ausgezeichnete Weine. Aber Kempten hat auch gute indische, asiatische und italienische Küche. Den Nachmittagsespresso trinke ich gerne im Caffé Roma. Für das Glas Wein nach der Arbeit und einen Snack mit Freunden ist das M&M perfekt.

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Food Stories

Catch Your Bug

Insekten zum Kochen und Essen

Dem Einen treiben sie die Schweißperlen auf die Stirn, für andere sind sie eine Delikatesse: Insekten.

In Schnürpflingen züchten Michael Bullmer und Marco Schebesta mit ihrem Team Insekten für den menschlichen Verzehr heran. Nach der Aufzucht werden die Insekten zu Insektenmehl oder zu Snacks verarbeitet und über die den eigenen Shop Catch Your Bug zum Kauf angeboten.
Sie gehören dabei zu den Pionieren einer im Westen neuen Form der Nahrungsmittelerzeugung. Nur sehr wenige Gründer beschäftigen sich aktuell mit diesem eigentlich zukunftsträchtigen Thema. Dazu gehört zum Beispiel auch Frank Thelen, der mit seinem Freigeist Capital an einem Unternehmen beteiligt ist, das ebenfalls mit Insekten arbeitet.

Wir wollten uns das näher anschauen und haben dazu mit Marco gesprochen. Viel Spaß mit der Story!

Marco, auf deiner Reise durch Asien hast du zum ersten mal Insekten gegessen. Seither beschäftigst du dich beruflich damit. Anfang 2020 hast du Catch Your Bug gegründet. Was ist seither passiert?

Als ich zum ersten Mal Insekten probieren durfte war ich positiv über die verschiedenen Geschmacksrichtungen der einzelnen Arten überrascht.
Jede Art hat Ihre Besonderheiten hinsichtlich Aroma, der Sensorik und dem Nährstoffprofil.
Wir haben uns vor allem aufgrund des tollen Geschmacks und der Nährwerte für die Heimchen, Mehlwürmer und Wanderheuschrecken entschieden und züchten diese seither.

Die Nachfrage war anfangs etwas zurückhaltend, mittlerweile haben wir hier aber ein gutes Niveau erreicht, das weiter steigt. Das Feedback der Kunden, was uns gerade jetzt am Anfang sehr wichtig ist, war bisher durchweg positiv. Daher sind wir überzeugt den richtigen Weg eingeschlagen zu haben und blicken zuversichtlich in die Zukunft.

Wir haben erst kürzlich aufgrund zahlreicher Anfragen seitens der Kunden gewürzte Insekten-Snacks zum Portfolio hinzugefügt, die den Einstieg in den Verzehr der Insekten erleichtern sollen. In den nächsten Monaten werden wir auch weitere Produkte mit verarbeiteten Insekten anbieten.
Wir versuchen durch ein attraktives und vielseitiges Produktportfolio für das nachhaltige und zukunftsträchtige Thema zu begeistern.

Eine Gründung im Coronajahr ist sicher kein Sonntagsspatziergang. Was hat das mit euch gemacht und wie geht ihr damit um?

Tatsächlich sind sämtliche Messeauftritte und andere Events abgesagt worden, die wiederrum gerade zu Beginn einer Unternehmensgründung wichtig sind um wahrgenommen zu werden. Zudem sind Kunden aus der Gastronomie- und Hotelleriebranche aktuell eher zurückhaltend, wodurch hier ein wichtiger Absatzkanal wegfällt.
Wir konnten jedoch glücklicherweise von einer  stark gestiegenen Nachfrage im E-Commerce profitieren und haben unter anderem an Onlineevents teilgenommen, um auf uns aufmerksam zu machen.
Dadurch haben wir diese Phase bisher gut überstanden, hoffen aber natürlich trotzdem, bald auch auf Messen Auftreten zu können, um den Menschen das Thema näher zu bringen.

Was ist aktuell eure größte Herausforderung?

Es ist äußerst schwierig gegen die Vorurteile in der Bevölkerung anzukämpfen und ein Umdenken zu bewirken. Daher würde ich die Aufklärung über die ernährungsphysiologischen und ökologischen Vorteile des Verzehrs von Insekten als größte Herausforderung bezeichnen.

Ihr züchtet eure Insekten ja im Ulmer Raum. Wie kann ich mir so eine Insektenzucht vorstellen?

Man kann sich die Insektenzucht als hocheffiziente Produktionsstätte vorstellen.
Es ist faszinierend zu sehen wie schnell die Insekten ihr Futter verwerten, wie wenig Platz für die artgerechte Aufzucht benötigt wird und in welch kurzer Zeit sich die Insekten vermehren.
Man kann auf Anfragen unheimlich schnell reagieren und die Produktionsmenge in relativ kurzer Zeit um ein Vielfaches erhöhen.

Insekten als Nahrung zu sich zu nehmen wird auch im Westen immer beliebter. Trotzdem ist man hierzulande noch zurückhaltend. Wie reagieren Freunde und Familie, wenn jetzt regelmäßig Heuschrecken auf den Tisch kommen?

Im Freundeskreis kam die Idee Speiseinsekten zu züchten und diese in den Speiseplan zu integrieren erstaunlich gut an. Ich habe die Insekten immer wieder in gewürzter Form zu Spieleabenden oder zum Sport mitgebracht und das Feedback war sehr positiv.
Die Familie war von der Idee Speiseinsekten zu züchten ebenfalls sehr angetan, jedoch hat es eine gewisse Zeit gedauert, bis dann auch wirklich mal probiert wurde.
Mittlerweile werden bei uns die Mehle regelmäßig verschiedenen Gerichten beigemischt, weil sie diese eben sowohl geschmacklich wie auch hinsichtlich der Nährstoffe aufwerten. 

Und zum Abschluss: deine Lieblingsbar in Ulm?

Mir gefällt es mich immer wieder in anderen Locations aufzuhalten und dank der hohen Dichte an Bars findet man in Ulm immer neue Orte, die einem gefallen.
Ich würde jedoch die Kulisse als meinen aktuellen Favoriten bezeichnen.

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Lifestyle Stories

me and all hotel Ulm

Lounge, Lobby und Local Heroes

Ulm bekommt ein neues Hotel.
Das alleine ist ja eigentlich nicht unbedingt eine Meldung für ein Startup Magazin. Aber ich verspreche euch: ihr werdet beim Lesen dieser Story genau so überrascht sein wie ich es war.

Ich habe mit Hotelmanagerin Sarah Bartel über ihre neue Herausforderung für die me and all hotels über den Dächern der Ulmer Sedelhöfe gesprochen. Viel Spaß!

Sarah, du wirst das me and all hotel in Ulm leiten. Erzähl doch mal, wo du herkommst und wie es dich nach Ulm verschlagen hat.

Aufgewachsen bin ich gar nicht so weit von Ulm entfernt auf der Schwäbischen Alb in Gerstetten. Nach dem Abi hieß es erst einmal: ab in die große weite Welt.
Ich kam nach Australien, Stuttgart und St. Peter Ording an der Nordsee und irgendwann wieder zurück in den Süden, nach Ulm.

Euer modernes Konzept ist eine Reaktion auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Ein Coworking-Space im Hotel und Regionalität in der Küche sind ja wichtige Themen für euch. Wie werden diese Ideen von euren Kunden in anderen Städten angenommen?

Unsere Local Heroes sind ein fester Bestandteil in allen me and all hotels und werden von unseren Gästen sehr positiv aufgenommen.
Da gibt es zum Beispiel die Brötchen und das Brot vom Bäcker nebenan, anstatt vom großen Lieferanten. Den Unterschied schmeckt man einfach!
Von der Bäckerei um die Ecke, der kleinen Kaffeemanufaktur in der Stadt bis zur Druckerei, die die T-Shirts der Mitarbeiter bedruckt, versuchen wir die lokalen Unternehmen einzubinden und so auch die regionalen Unternehmen zu unterstützen. Auf die Art bringen wir unseren Gästen die Stadt bei ihrem Aufenthalt auch näher. Sehr gut kommen auch die gemeinsamen Events mit unseren Local Heroes an. Nicht nur bei den Hotelgästen, sondern auch bei den Locals!

Erzähl uns mehr über den Coworking-Space.

Unsere Lounge ist das Wohnzimmer der Stadt; der Coworking Space, der jedem kostenfrei zur Verfügung steht. Mit unserem Aufzug kommt ihr in die 8. Etage mit einem sensationellen Blick über die ganze Stadt. Es gibt genügend Platz und Steckdosen, um sein Homeoffice in unsere Lounge zu verlegen. Zusätzlich ist man mit dem kostenlosen High-Speed WLAN immer gut angebunden.
Freiräume, in denen man Ideen teilen, networken und coworken kann gibt es nicht nur in unserer Bar, die auch echt guten Kaffee macht, sondern auch auf der großen Dachterrasse mit über 200 qm.
Als Rückzugsort für ungestörtes Arbeiten bietet sich der Boardroom mit 18 qm an, welcher flexibel bei unseren Explorern (so heißen unsere Mitarbeiter) angemietet werden kann.

Was hat es mit euren Local Heroes auf sich?

Ein Local Hero ist der Straßenmusiker um die Ecke, der Bäcker mit dem besten Brot der Stadt, die kleine Kaffeemanufaktur in der Region…alles, was Ulm so besonders macht.
Wir sind immer eng verdrahtet mit den Local Heroes unserer Stadt, um sie für unsere Gäste auf unsere Bühnen zu bringen, auf die Teller und in die Gläser zu zaubern. Wir lieben Traditionen und wir lieben das Neueste vom Neuesten. Und wir lieben unsere Städte und ihre Superhelden. Mit unseren Local Heroes versprühen wir Heimatgefühle und kreieren Erlebnisse.

Welchen Ort in eurem Hotel sollte man sich unbedingt mal anschauen?

Unsere Dachterrasse ist “the place to be”!
Bei gutem Wetter sogar mit einem sensationellen Blick auf die Alpen! Hier könnt ihr einfach nur entspannt am Laptop arbeiten, Kaffee mit der besten Freundin trinken oder sich auf ein Feierabendbier treffen.
Das ist unsere 8. Etage, eben das Wohnzimmer der Stadt.

Und zum Schluss: Wohin geht Sarah Bartel in Ulm gerne zum Essen?

Die Ulmer Gastronomie bietet sehr viel Abwechslung und es ist schwer sich für ein Lieblingsrestaurant oder sogar Lieblingsfoodtruck zu entscheiden, doch nach einem genialen Tag beim Wandern oder beim Mountainbiken gibt es immer mein absolutes Soul Food Schnitzel mit Spätzle in der „Neuen Welt“ in der Oststadt. Ob to-go oder im wunderschönen Biergarten, das ist der perfekte Ausklang für einen tollen Tag.

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Health Stories

Equil

Der Gesundheitscoach fürs Büro

Schulter-Nacken Schmerzen gehören mittlerweile zu den häufigsten Beschwerden am Arbeitsplatz. Ganze 11 Milliarden Euro sollen Rückenschmerzen die Wirtschaft jedes Jahr kosten: durch Arbeitsausfälle oder verminderte Arbeitsleistung, z.B. aufgrund von Kopfschmerzen. Hier kommt unser Gründerteam Constantin Diesch und Lukas Kühnbach mit ihrem Startup Equil ins Spiel.

Equil entwickelt einen Smart Textile Coach, der Fehlhaltungen beim Sitzen korrigieren und so Schulter-Nacken Beschwerden lindern soll. Das Gerät wird an die Alltagskleidung angebracht und gibt bei einer meist unbemerkt eintretenden Fehlhaltung ein kurzes Vibrationssignal ab, das den Mitarbeiter aufmerksam macht. Die natürliche Reaktion darauf ist die Rückkehr in eine entspannte und damit gesündere Position.

Constantin ist eigentlich Physiotherapeut. Er hat schon viele Patienten mit Schulter-Nacken Beschwerden behandelt und kennt das Problem daher aus erster Hand. Insbesondere die „Hausaufgaben“, die er ihnen zur Vorbeugung  im Alltag mitgab wurden meist nicht oder zu wenig umgesetzt. Beim nächsten Besuch hatte der Patient meist wieder die selben Beschwerden und eine nachhaltige Verbesserung blieb aus, weil die Fehlhaltungen im Alltag beibehalten wurden.

Die ersten Schritte

Das inspirierte Constantin zu seinem Produkt „Equil Neck“. In seinem Studium konzentrierte er sich nun gemeinsam mit seinem Mitgründer auf die technologische Umsetzung: mit Erfolg.
Ein erster Pilotkunde erklärte sich bereit, das Produkt mit 15 seiner Mitarbeiter einen Monat lang auszuprobieren.

Es ist ganz einfach: nachdem man das Equil Neck angezogen hat startet man die App. Dort kalibriert man das Gerät mit ein paar Klicks und schon registriert es die hochgezogenen Schultern vor dem Bildschirm. Unterstützt wird der Mitarbeiter außerdem von Schulungsvideos rund um die Themen Ergonomie am Arbeitsplatz. Durch einen Neck-Score weiß man immer, wie gut das Gerät einen gerade unterstützt und vor allem: wie man sich im Laufe der Zeit verbessert hat.

Der Markt

Equils Zielkunden sind Unternehmen, die die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern möchten, z.B. im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Gerade die Arbeit im Homeoffice wird oft zum Problem, weil die meisten Arbeitsplätze unzureichend ergonomisch ausgestattet sind.
Weiterhin soll ein B2C Onlinevertrieb aufgebaut werden, wo dann jeder seinen eigenen Nackencoach bestellen kann. Insbesondere in sitzenden Berufen spielt das Equil Neck seine volle Stärke aus.

In Zukunft soll das Equil Neck in die Welt hinaus verkauft und direkt in Textilien integriert werden. Dafür sucht Equil übrigens noch einen passenden Investor, der das Startup bei Markteintritt und Skalierung unterstützt.

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Neuigkeiten

Die Fuckup Night im Roxy

90% aller Startups scheitern. Mit dem eigenen Startup zu crashen ist also so bitter wie vorhersehbar und ein Ereignis, dass jeder erstmal verdauen muss. Nicht wenige verbinden damit sogar eine gewisse Scham.
Bei der Fuckup Night ist es genau umgekehrt: hier stehen die eigenen Niederschläge im Mittelpunkt und werden fast schon gefeiert. Rocket Ulm war für euch am Start…und hat sich diesmal kein Fuckup geleistet!
An der Stelle geht ein Dank an Heino Trusheim, der das Event mit Witz moderiert und für den ein oder anderen Lacher gesorgt hat. Außerdem an Sebastian Huber von der Stadt Ulm, der die Veranstaltung organisiert und möglich gemacht hat.

Irmeli Gnilka

Die bunt gekleidete Finnin macht mit ihrer Story den Anfang. Mit ihrem ersten Startup hat sie Kleidung über Homeparties verkauft, wie man es von Tupperware kennt. Das Konzept kam gut an und erste Umsätze ließen nicht lange auf sich warten. Nach dem ersten Jahr hatte sie 3 Verkäuferinnen und im dritten Jahr ein Kernteam aus 4 weiteren Frauen, die in und an dem Unternehmen arbeiteten. Zusammen waren sie auf Modemessen in Frankfurt und München, haben sich die neuesten Kollektionen angeschaut und sich für ihre Homeparties ausgestattet. Es war eine aufregende Zeit, sagt Irmeli. Die Firma wuchs in dieser Zeit kräftig und erreichte schon bald einen Jahresumsatz von 250.000 Euro.

Und hier begann es, für Irmeli wackelig zu werden. Wie sie selbst sagt hat sie nie gelernt, vernünftig mit Geld zu wirtschaften. Und so ging es ihr wie vielen unerfahrenen Gründern, die schnell erfolgreich werden: es stieg ihr ein wenig zu Kopf.
Teure Restaurants und Shoppingtouren gehörten zu ihrem neuen Alltag und natürlich waren da noch ihre drei Kinder, die sie gerne verwöhnte. Die Familie fuhr nun mehrmals im Jahr nach Italien in den Urlaub. Kurz gesagt: Geld spielte keine Rolle. Doch irgendwann kam das “verflixte dritte Jahr”. Das Finanzamt meldete sich. Da das Unternehmen gut lief, war eine Umsatzsteuervorauszahlung fällig, die sie mit Ach und Krach leisten konnte. Im folgenden Jahr hatte Irmeli noch öfter das Vergnügen mit dem Finanzamt, was schließlich in der Insolvenz ihres Unternehmens endete.

Learning

  • Such’ dir unbedingt einen ordentlichen Steuerberater, der auch deine Branche kennt
  • Suche Kontakt zu anderen Unternehmern ( z.B. durch Netzwerke) damit du jemanden hast, der dir voraus ist, Erfahrung hat und dir hilft, diese groben Fehler zu umschiffen
  • Zahle privaten Konsum nicht aus der Firmenkasse
  • Entwickle unbedingt eine Strategie und einen Finanzplan für dein Unternehmen
  • Lerne trotz Erfolg zu sparen und auf dem Boden zu bleiben

Übrigens

Irmeli ging nach ihrem Fuckup wieder in die Festanstellung zurück. Dort hielt sie es ganze 7 Monate aus. Nachdem sie schuldenfrei war, kündigte sie ihren Job und ging noch einmal den Schritt in die Selbständigkeit. Heute verkauft sie bunte Wasserflaschen aus Finnland und coacht Einzelhändler darin, wie sie ihre Umsätze steigern können.
Sie lebt minimalistisch und gibt für ihre früheren Leidenschaften kaum noch Geld aus, fügt aber mit einem Augenzwinkern hinzu: “Das geht ganz gut. Ich habe das ganze Zeug von früher noch, das reicht vermutlich noch für die nächsten Jahre.”

Dr. Dennis Schlippert

Dennis Schlippert wusste schon sehr früh, wo er beruflich hinwollte: eine Stelle an der Leibniz Universität Hannover sollte es werden. So hat er sehr früh die Weichen für seine Karriere gestellt und fleißig darauf hingearbeitet. Da schien es fast schon Fügung zu sein, als die Universität für unterschiedliche Themenfelder Stipendien anbot, auf die man sich bewerben konnte. Dennis war sofort klar: er gehörte zu den Auserwählten. Tatsächlich wurde er auch eingeladen, sich vorzustellen. Soweit lief alles nach Plan.

Zu seiner Stipendienprüfung kam er minimal übermüdet, weil er erst am Abend zuvor von einer Reise aus den USA zurückgekehrt war. Kein Jetlag würde sich zwischen ihn und sein Stipendium stellen. Was ihm an Vorbereitung fehlte, gleichte er mit Selbstbewusstsein aus.
Das reichte diesmal aber nicht aus, um die Prüfer zufrieden zu stellen. Er konnte nicht die Leistung abliefern, die er von sich gewohnt war und verließ den Raum an diesem Tag nicht als Gewinner. Diese Stipendien waren sehr begehrt, die Konkurrenz entsprechend hoch und er ihm wurde bald klar, dass er eine einmalige Chance leichtsinnig vertan hatte.

Learning

  • Hochmut kommt vor dem Fall
  • Überschätze dich niemals selbst. Egal, wie gut du bist.

Übrigens

Dennis hat trotzdem noch ein Stipendium erhalten. Auf dem letzten Listenplatz, für ein kleines Projekt und mit ein bisschen Glück. Wir freuen uns mit ihm über das Happy End!

Anton Knaus

Anton ist Ingenieur und macht Standup Comedy. Wie passiert denn sowas, fragt ihr euch?
Nun, es hat mit seinem Fuckup zu tun.

Er war vor einigen Jahren nämlich am Bau einer 900 MW Windkraftanlage in Brasilien beteiligt. Dort sollte er die Qualität der Fundamente überprüfen. Eines Tages gab es mit einem anderen beteiligten Unternehmen auf der Baustelle Schwierigkeiten und man traf sich, um zu besprechen wie man damit umgehen sollte. Antons Ansprache muss sehr überzeugend gewesen sein, obwohl er noch etwas grün hinter den Ohren war, denn man entschied sich für seine Lösung. Diese bestand darin, besagte Firma auszuwechseln. Das stieß bei den dort angestellten Menschen offenbar nicht auf Begeisterung, war die Stimmung wegen der Situation ohnehin schon sehr angespannt.

Sie gingen in den Streik. Nun muss man wissen, dass ein Streik in Brasilien oft etwas anders abläuft. Es geht meist weniger darum, mit Trillerpfeifen und Plakaten für seine Sache zu lärmen, sondern eher mit Stöcken auf Autos einzuprügeln. Und wenn es ganz dicke kommt; so, wie beim Anton, blockieren die Streikenden auch noch alle anderen Gewerke und legen die gesamte Baustelle lahm.
Seine Idee hat letztendlich dazu geführt, dass das Projekt am Ende doppelt so teuer war und sich um Wochen verzögerte.
Er selbst sagt lachend, dass er jetzt Standup macht, weil man sowas nur mit Humor ertragen könne.

Learning

  •  Er hat sich zu oft von seinen Emotionen leiten lassen. Gerade in einer Umgebung, in der der Ton rauer ist und viele Akteure miteinander (und auch gegeneinander) arbeiten, wiegt man seine Entscheidungen oft strategisch ab, anstatt objektiv das Ziel der Sache im Auge zu behalten.
  • Bei allem, was man tut, sollte man seinen Fokus auf das Ziel setzen und sich fragen: überlappt sich das mit meinen eigenen Ambitionen? Bin ich hier richtig?
  • Um Projekte erfolgreich zu beenden, muss es eine „Trust and Relax Atmosphäre“ geben, in der die einzelnen Akteure sich auf das Endergebnis konzentrieren können, ohne sich ständig in Grabenkämpfen gegenseitig aufzureiben.

Übrigens

Antons Humor liegt irgendwo zwischen locker, smart und Gossensprache. Er tritt hauptsächlich in Hamburg auf, also wenn ihr mal in der Stadt seid, checkt ihn aus. Es lohnt sich!

Caroline Schwarz

Den Ulmern ist der Name Ehinger-Schwarz vermutlich schon einmal über den Weg gelaufen. Manch einer denkt dabei vielleicht sogar direkt an Schmuck. Die wenigsten wissen aber, dass die Familie Schwarz eine spannende Geschichte zu erzählen hat, die Caroline Schwarz an diesem Abend zum ersten mal öffentlich erzählt hat.

Obwohl ihr im eigenen Familienunternehmen alle Türen offen standen entschied sie sich früh, Schauspielerin zu werden. So spielte sie einige Jahre am Theater in Berlin, bis sie ihr Weg eines Tages wieder zurück nach Ulm führte. Ihre Eltern baten sie eine Broschüre für das Unternehmen zu gestalten. Rückblickend sagt sie, dass dies der erste Schritt zurück gewesen ist.

Caroline übernimmt die Verantwortung über das Marketing, später steigt sie in die Geschäftsleitung ein. Die nächsten Jahre sind ereignisreich und nicht arm an Höhen und Tiefen. Sie erzählt von Besuchen in New-York, von schillernden Events und einem Lifestyle, den die Meisten nur aus dem Fernsehen kennen. Aber auch von der Finanzkrise und den rauen Tagen, die für viele Unternehmen anbrachen. Und von Sorgen.

Eines Tages im Jahr 2012 kam ihr Mitarbeiter, der für die Finanzen zuständig ist, zu ihr. Mit gedrückter Stimme erklärte er ihr, dass Ehinger-Schwarz die Löhne der über 100 Mitarbeiter nicht mehr zahlen könne. Der Schock saß tief. In den nächsten Tagen kamen Banken und Berater ins Haus, um die Probleme der Firma zu lösen. Für Caroline eine erschöpfende Zeit.

In dieser Zeit schrieb ihr Vater ihr einen Brief, in dem zusammengefasst in etwa dies stand:

Eigentlich ist es schade. Alles, was ich je gemacht habe, ist aus einer Lust an der Sache entstanden.“

Für Caroline hingegen war die Arbeit in der Firma seit jeher mehr ein Kampf und weniger eine Leidenschaft. Und so fragte sie sich zum ersten mal wie es wohl wäre, das Unternehmen einfach loszulassen. Später sollte es genau so kommen. Sie gab das Unternehmen ab und verließ es. Und sie sagt: „Für mich war es eine riesige Erleichterung und eine Befreiung.“

Learning

  • Ihr Vater hatte Recht: man sollte immer eine gewisse Freude an dem haben, was man tut.
  • Man sollte trotz Niederlagen immer an sich glauben.

Übrigens

Heute ist Caroline Schwarz Trainerin für Kommunikation und Gastdozentin an der HNU.

Fotografin: Nadja Wollinsky
Copyright: Stadtarchiv Ulm

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High-Tech Stories

HKK Bionics

Das High-Tech Startup aus Ulm...

machte zuletzt 2019 von sich reden, als es den Cyberone Hightech Award gewann. Seitdem ist viel passiert. Vor kurzem hat  die erste Entwicklung von HKK Bionics die Marktreife erreicht: die „exomotion hand one“. Grund genug, uns mit einem der Gründer, Dominik Hepp, mal über sein Startup zu unterhalten.

Das Unternehmen hat eine Handorthese entwickelt, die Menschen mit gelähmten Händen einen Teil ihrer Motorik zurückgibt und ihnen so hilft, wieder ganz alltägliche Dinge zu tun: etwas zu heben, zum Beispiel.
Hier übrigens der Unterschied zwischen einer Prothese und einer Orthese für alle, die den Begriff vorher noch nie gehört haben (mich eingeschlossen):
Eine Prothese ersetzt den Körperteil, eine Orthese wird auf den noch vorhandenen Körperteil aufgesetzt und unterstützt ihn.

Der Patient schlüpft mit seiner Hand also in die exomotion hinein, welche dann für die Handbewegung sorgt. Was sich einfach anhört ist bei näherer Betrachtung ein komplexes Zusammenspiel technischer Komponenten, z.B. des Antriebs und der künstlichen Sehnen.
Möglich macht dies ein Sensor, der auf der Haut des Patienten angebracht ist und die empfangenen Signale des darunter liegenden Muskels in Bewegungen umsetzt. Angetrieben wird der Handschuh von einer Batterie, die der Nutzer bei sich führt.

Die exomotion hat also ein großes Potential, das Leben vieler Menschen mit Einschränkung zu erleichtern. Oder wie HKK Bionics es ausdrückt: „Bewegung ist Freiheit“.

Aktuell (August 2020) führt das Startup Gespräche mit potentiellen Kunden. Dazu gehören hauptsächlich Sanitätshäuser, die direkt mit den Patienten arbeiten. Diese bestellen dann den Bausatz und passen den Handschuh individuell an den gelähmten Arm an.
Die aktuelle Herausforderung ist, so Geschäftsführer Dominik Hepp, die Krankenkassen von der Idee zu überzeugen. Diese werden letztendlich ja für die Kosten aufkommen.

Dominik, wie kommt man dazu eine bionische Orthese zu entwickeln?

„Ich hatte vor vielen Jahren einen schweren Unfall, der mich für ein paar Monate an den Rollstuhl fesselte. Da habe ich selbst erfahren dürfen wie es ist, sich nicht mehr wie gewohnt bewegen zu können. Das war jetzt nicht die Grundlage meiner Entscheidung, aber es hat definitiv eine Rolle gespielt.“

Erzähl mir ein wenig über eure Gründung

Wir haben uns ganz klassisch an der Technischen Hochschule Ulm kennengelernt und von dort aus gegründet. In den ersten Monaten und in der Entwicklungsphase hat das EXIST Gründerstipendium für unser täglich Brot gesorgt. Wir konnten dann Büros in den Räumen der TFU im Science Park 2 mieten, wo wir bis Ende 2019 gearbeitet haben. Seit Anfang 2020 sind wir in den neuen Büros in der Wilhelmsburg.

Wie war der Lockdown für euch?

Wir arbeiten mit Risikopatienten und hatten in der Zeit natürlich keine Chance in bestimmten Themen weiterzukommen. Wir haben deshalb unsere Zeit genutzt um unsere digitale Infrastruktur besser aufzustellen und z.B. Microsoft Teams noch intensiver zu nutzen.
Die Folgen von Corona sehen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Natürlich belastet uns die Pandemie als Unternehmen. Auf der anderen Seite ist die Bereitschaft deutlich gestiegen, digitale Tools einzusetzen. Ich muss nicht mehr 1000 km durch Deutschland fahren, um unser Produkt kurz vorzustellen.

Wo kann man die exomotion in Ulm bekommen?

Das Sanitätshaus Häussler arbeitet mit uns zusammen.

Wie funktioniert die Produktion eines solchen High-Tech Produkts?

Die Einzelkomponenten kommen zum Großteil von Produzenten in Süddeutschland und werden in unserer Montage vor Ort zusammengebaut. Uns ist die hohe Qualität und Langlebigkeit des Handschuhs besonders wichtig, deshalb bestellen wir die einzelnen Elemente in Deutschland. Ich lege auch Wert darauf die Lieferanten zu kennen und die Möglichkeit zu haben, mal hinzufahren. Fast alle unsere Lieferanten kennen mich persönlich. Und damit sind wir Made in Germany.

Zum Abschluss: dein Lieblingsrestaurant in Ulm?

Am liebsten Essen gehe ich in Ulm in der Creperie Kornhäusle. Regionale Zutaten und Bio – einfach lecker.

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Food Stories

Foodtruck Flotte Lotte

Für Fans der hiesigen Streetfood Szene ist sie schon lange kein Geheimtipp mehr: die Flotte Lotte. Aber auch allen anderen wollen wir diese Quelle der Glückseligkeit nicht vorenthalten. Seit 2018 macht der Foodtruck mit seinen unkonventionellen Gerichten Ulm und Neu-Ulm unsicher.  Die immer länger werdenden Schlangen vor dem Foodtruck haben wir zum Anlass genommen, uns mal mit Timo und Lotte über ihren Erfolg zu unterhalten. Und natürlich über Esskultur!

Menschen, die in den Streetfood Markt gründen haben meistens ein paar spannende Geschichten zu erzählen. Ein bisschen verrückt muss man ja schon sein, wenn man sein bequemes Büro gegen eine 5,5 Tonnen schwere Küche auf Rädern eintauscht.

Timo ist gelernter Koch und war viele Jahre im Lebensmittelhandel tätig,  Lotte war Chefsekretärin in einem Nahverkehrsunternehmen. Fachlich haben wir also ein super Gründerteam hinter dem Tresen. Aber auch Leidenschaft spielt für die beiden eine Rolle.

Wir wollen Omas Küche modern denken und kochen.“

Dabei spielt Saisonalität natürlich eine große Rolle. Das Angebot wechselt wöchentlich durch und orientiert sich dabei auch an der Saison. Im Sommer gibt es frische Salate, im Winter Eintöpfe und zwischendrin alles von Cheessteak bis Schaschlikpfanne. Dazu kommt eine Standardkarte, die man immer kriegt. Aber auch die ist so abwechslungsreich, dass es nie langweilig wird.
Burger sucht man bei der Flotten Lotte übrigens vergeblich. Dafür stehen einige Gerichte auf der Speisekarte, die man so schnell kein zweites mal findet. Hier ein Auszug:

Schwabendöner
Gezupfter Schweinebraten mit frischem Salat im Wasserwecken und Dip

Schwäbischer Hotdog
Eine Bratwurst im Baguette, die für sich schon irre gut schmeckt, garniert mit ordentlich Käsespätzle.

Gebratener Fetakäse mit karamellisierten Nüssen und Feigen

Regt die Fantasie an, hab ich Recht?

Ein Besuch bei Oma hat immer etwas Heimeliges. Das liegt natürlich auch an der Herzlichkeit, die Omas ihren Enkeln oft entgegenbringen. Diese Herzlichkeit merkt man dem Foodtruck auf jeden Fall an. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt dabei die Lotte, die mit ihrer witzigen, offenen Art gute Stimmung versprüht und gerne mit den Gästen plaudert. Nach ihr ist der Foodtruck auch benannt. „Flott“ trifft es dabei so ziemlich ins Schwarze!

Timo, welches eurer Gerichte sollte man auf jeden Fall mal probiert haben?

„Den Schwabendöner, der ist ziemlich beliebt. Ansonsten ist das Tagesessen immer zu empfehlen, weil wir uns da ein bisschen austoben können.“

Wer noch nicht das Glück hatte bei Lotte und Timo einzukehren sollte dies unbedingt mal machen. Sie sind unter der Woche mittags an unterschiedlichen Standorten in Ulm und Neu-Ulm unterwegs. Am Wochenende kann man sie auch mal auf Events treffen, z.B. bei Stürmt die Burg. Schaut am besten einfach mal auf der Seite von Flotte Lotte vorbei und dann gönnt euch!

Good to know

Tierwohl und Nachhaltigkeit liegen uns als Tier- und Naturfreunde sehr am Herzen, deswegen kennen wir unsere Obst- und Gemüsehändler sowie unseren Metzger, und bauen auch auf recycelbare und kompostierbare Verpackungen.

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Startup Essential Tools

Startup Essential Tools

Einfache Handhabung und Einarbeitung, starkes Preis-Leistungs Verhältnis, gute Produktivität.
Nach diesen Kriterien haben wir alle Tools für Startups ausgewählt und getestet.

CRM

Viele Unternehmen setzen Salesforce ein, was unumstritten ein tolles Tool ist. Es gehört allerdings auch zu den teuersten am Markt. Als Startup fragt man sich: gibt es etwas günstigeres, das einen ähnlichen Funktionsumfang hat?
Pipedrive ist genau das. Das Basic-Paket kostet gerademal die Hälfte im Vergleich zu Salesforce. Gleichzeitig gehört Pipedrive zu den besten und intuitivsten CRM, mit denen wir bisher gearbeitet haben. Man kann es kostenlos testen und dann bei Bedarf upgraden.
Von kostenlosen CRM raten wir dringend ab. Diese können euch später, wenn ihr das Tool im produktiven Betrieb braucht, eine Menge Ärger einhandeln.

Office-Anwendungen gehören zur Grundaustattung jedes Startups. Hier hat Microsoft nach wie vor die Nase vorne. Mit Microsoft365 liefert das Unternehmen die effektivste Lösung fürs Office. Allein weil die meisten eurer Kunden mit Office arbeiten macht es schon Sinn, das Paket selbst auch einzusetzen.
Richtig punkten kann MS365 mit seiner Kollaborationslösung Teams. Hier könnt ihr sogar einen Telefonie-Plan buchen. Damit spart ihr euch eine Telefonanlage und habt die Festnetznummer in Zukunft immer dabei. Zu Teams gibt es aktuell eigentlich keine vernünftige Konkurrenz. Slack ist als reiner Messanger zwar empfehlenswert, alles darüber hinaus kann die App allerdings nicht liefern, z.B. Telefon- und Videokonferenzen mit Kunden, Outlook Integration, gemeinsames Arbeiten an Dokumenten.

Office

IT

Die meisten Startups benötigen in irgendeiner Form eine IT-Infrastruktur: Server (z.B. für Backups), Rechenkapazität, eine Entwicklungsumgebung. Früher waren diese Dinge ein immenser Kostenpunkt für Gründer. Heute mietet man sich die benötigte Hardware einfach in der Cloud, solange man sie benötigt. Kredite für Investitionen entfallen damit, da von Tag zu Tag neu über die Ressourcen entschieden werden kann. Dabei sind Amazon Web Services und Microsoft Azure die beiden bevorzugten Anbieter. Aktuell sind sie der Konkurrenz technologisch und in Kapazität voraus. Beide bieten auch spezielle Angebote für Startups.

Da es allerdings recht kompliziert ist, hier in die direkte Kommunikation zu gehen, arbeiten die meisten Unternehmen mit Partnern zusammen. Diese haben die richtigen Kontakte und können euch auch eine erste, unkomplizierte Beratung zur Cloud-Technologie geben. Im Raum Ulm ist die Innovations ON sicher einer der stärksten Partner auf diesem Gebiet, daher eine klare Empfehlung.

Abschließend ein guter Rat: wer wenig Erfahrung mit IT-Systemen hat, sollte mit seinen ersten, selbständigen Tests äußerst vorsichtig sein. Manch Unternehmen hat in der Vergangenheit ganz schön schlucken müssen, als nach dem arglosen Experementieren die erste Rechnung kam. Deshalb: besser gleich zum Partner!

zoom ist eine der beliebtesten Tools für Videokonferenzen. Es gibt zwar Überschneidungen mit Microsoft Teams, wir sind aber dennoch der Meinung, dass beide Tools ihren Platz haben.
Insbesondere für die Teilnahme an digitalen Events ist zoom das richtige Tool. Diese finden bevorzugt über zoom statt. Das Tool ist in der Basisvariante kostenfrei.

Videokonferenz

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The Triangle

Der 30. Juli wird bei der HNU in Zukunft rot im Kalender angestrichen sein. An diesem Tag ging nämlich das erste Startup-Event der HNU „The Triangle“ an den Start.

The Triangle bedeutet: man möchte wie in einem Dreieck drei Arten von Menschen miteinander connecten: Gründer in sehr frühen Phasen, erfolgreiche Startups und etablierte Unternehmen.
Diese Kombination hat tatsächlich viele Vorteile: die ganz jungen lernen von denen, die ihnen schon ein paar Schritte voraus, aber noch in ihrer Welt unterwegs sind. Beide profitieren von der langjährigen Erfahrung etablierter Unternehmen. Für alle drei bieten sich Chancen für gute Partnerschaften.

Mit dabei waren:

Early-Stage Startups: Wasserpunkt, Spark To Go, Peng
Startup: Recup
Grownup: Brauerei Berg

Kein Startup-Event ohne Pitches. An diesem Abend standen 500 Euro für den Sieger auf dem Spiel, die gerne den Besitzer wechseln würden. An dieser Stelle geht ein „Danke“ an die IHK Ulm und IHK Schwaben raus, die den Betrag bereitgestellt haben.

Wasserpunkt

Wasserpunkt möchte jedem Menschen auf der Welt den Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen.
Wer geht an heißen Tagen nicht gerne ins nächste Geschäft, um dort den Kühlschrank zu plündern? Wenn das Thermometer, wie jetzt, 30 Grad und mehr  anzeigt kommen die Läden oft gar nicht nach, neue Getränke hineinzustellen. Diese kommen zum Großteil in Plastikflaschen und Aluminiumdosen daher. Dass das für die Umwelt zwischenzeitlich ein echtes Problem ist, weiß mittlerweile jedes Kind.
Hier setzt Wasserpunkt an. Das Startup will an öffentlichen Orten in Ulm Wasserspender aufstellen, an denen man sich frisches, kühles Wasser in seine eigene Flasche abfüllen kann…die dann bestenfalls aus Glas ist. So wird nicht nur ein riesiger Haufen Müll vermieden, es kostet auch nur einen Bruchteil : 1 Liter zapft ihr für 20 Cent.
Der Hammer: bei jedem Kauf werden automatisch 25% an Trinkwasserprojekte weltweit gespendet.

Das Startup wird die Wasserspender installieren, betreiben und die Hygiene sicherstellen. Gewinn soll über den Verkauf von Wasser generiert werden, aber auch durch Werbung auf den Geräten.
Ziel ist es, dass in Großstädten immer eine Wasserpunkt-Quelle zu Fuß erreichbar ist. Sehr ambitioniert!
Als ersten Standort haben sich die Gründer Ulm ausgesucht. Dafür wird man Gespräche mit der Verwaltung führen müssen. Ein freundlicher Wink geht also auch in Richtung der Stadt Ulm.

Status: in Gründung | Investoren gesucht

Spark To Go

Menschen trinken unheimlich viel Wasser. Vor allem in Deutschland ist der Sprudel eines der beliebtesten und gesündesten Lebensmittel. Leider kommt auch dieser mittlerweile zu einem großen Teil aus Plastikflaschen. Das Problem ist bekannt und Produkte wie der Sodastream haben darauf schon eine recht gute Antwort gefunden: man sprudelt sich das Wasser einfach selbst in seine Glasflasche. Darauf baut Spark To Go auf.

Das Startup entwickelt wiederverwendbare Metallflaschen mit integriertem Karbonisierungssystem. So braucht man nur noch kaltes Leitungswasser, um das für sich passende Mineralwasser herzustellen. Das Kistenschleppen entfällt und man muss sich auch nicht mehr zwischen „Classic“ und „Sanft“ entscheiden. Natürlich ist das Wasser dadurch auch günstiger: für 28-30 Cent erhaltet ihr einen Liter Agua con Gas!

Wie kommen ein Amerikaner aus Kalifornien und ein Südafrikaner überhaupt auf die Idee, in Deutschland ein Startup zu gründen?
Wie uns Luke Patruno und Pieter Prinsloo erzählen, trinken die Deutschen 9-mal so viel Sprudel wie die US Amerikaner. Oha! Der Markt ist also viel größer und entsprechend empfänglicher für Innovationen.
Die Gründer starten jetzt mit einem EXIST-Stipendium und im Frühjahr 2021 soll der Prototyp stehen.

Status: Pre-Seed

PENG

Wer an Energydrinks denkt, hat sofort übersüßte Kalorienbomben im Kopf, über die man regelmäßig jede Menge Negatives hört. So ging es vermutlich auch Marten Schulze, als er sich überlegte, ob es sowas denn nicht auch in gesund geben könnte. Die Frage hat sich vermutlich jeder, der Energydrinks trinkt, schonmal gestellt.
Also fing er an sich sein neues Getränk selbst zu mischen, das er später PENG taufen würde. Marten selbst verkörpert den PENG-Effekt als Gesicht der Marke übrigens sehr gut. Sein Pitch ist witzig und unkonventionell und manchmal hat man den Eindruck, dass Marten selbst fleischgewordenes PENG ist.  
Natural Drinks sind in und bedienen einen wachsenden Markt. Darauf zielt PENG ab. Kein Zucker, keine Stabilisatoren, kein Süßstoff. Wer schonmal ein Glas Wasser mit einem Stück Zitrone darin getrunken hat, bekommt schon eine sehr gute Vorstellung davon was PENG ist.
Der Verkauf soll nicht durch die klassischen Kanäle im Lebensmittel-Einzelhandel passieren. PENG sieht seine Nische auf Festivals, Sportveranstaltungen oder Partys. Damit geht der Gründer ganz bewusst einen Weg, der nicht auf große Investoren und Kredit baut, die man eigentlich für den Eintritt in diesen Markt benötigt. Ein Underdog, der sich nicht auf das Spiel der großen Etablierten einlässt, sondern kreativ versucht seinen eigenen Weg in den Markt zu finden.
Wir denken, das könnte spannend werden. Die ersten 50.000 Dosen sind auf jeden Fall schon fast abverkauft und Marten plant schon die nächste Abfüllung.

Nach den Pitches wurden in einer offenen Diskussion unterschiedliche Themen besprochen. Insbesondere die Auswirkungen der Corona-Krise beschäftigte die Unternehmen. Insbesondere Recup hat die Schließung von Cafes stark zu spüren bekommen. Der Gründer Florian Pachaly konnte dem aber trotzdem etwas Guts abgewinnen:

Wir wachsen seit 3 Jahren stark und haben uns dabei mehrmals überholt. Corona gab uns Zeit, nachzuarbeiten, wozu man im Eifer des Gefechts nicht immer kommt.“

Das Startup will Einwegbecher vermeiden und hat dafür ein Pfandsystem entwickelt, bei dem der Kunde seine Tasse bei unterschiedlichen Cafes in der Stadt wieder abgeben kann. Über 2000 Cafes in Deutschland machen inzwischen bei Recup mit. Jetzt sagt das Startup mit Rebowl auch den Einwegverpackungen beim Take-Away Essen den Kampf an.

Äußerst schön zu sehen war, dass Berg Bier sich für das Event gewinnen ließ. Selbstverständlich ist das für ein Unternehmen, das um 1466 selbst Startup war, sicher nicht. Über 550 Jahre Unternehmensgeschichte bringt Berg mit in dieses Event. Und auch den ein oder anderen Rat hat Geschäftsführer Ulrich Zimmermann für die Grüner:

  • Finde einen Ausgleich zwischen deinen Emotion und den „Zahlen“
  • Bewahre das Leuchten in den Augen, wenn es um das eigene Produkt geht
  • Ehrlich bleiben. Der Kunde merkt, ob Dinge authentisch sind oder nicht

Ich finde, das war ein super Schlusswort für den Abend und bin mir sicher, dass das HNU-Team um Martin Schwarz schon bald wieder von sich Reden machen wird.

Übrigens: den Pitch-Wettbewerb hat Wasserpunkt gewonnen. Der Sieger des Abends war Recup. Herzlichen Glückwunsch!

von Links: das fünfköpfige Team inkl. Annika Degen (Wasserpunkt), Luke Patruno (Spark To Go), Marten Schulze (PENG) und Florian Pachaly von Recup
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Neuigkeiten

Neue Pitches beim digitalen Gründer-BBQ

Beim digitalen Gründergrillen am 16.07 wurde wieder hart gepitcht. Damit ihr nichts verpasst liefern wir euch hier im Kurzformat die Pitches nach.

Den Anfang hat Nadine Rischmeyer, ihrerseits Gründerin, mit ihrem Impuls “Get your startup organized” gemacht. Die Gründer haben in einem Rundumschlag Ideen und Know-How zu den wichtigsten Themen erhalten: wie baue und halte ich ein Team, wie setze ich mir die richtigen Ziele, welche Methoden gibt es, die mir helfen produktiv zu bleiben? Vor allem in der Gründungsphase ist es für Startups wichtig, hier gute Gedankenanstöße zu erhalten.

Die Pitches

Storekeepers
Der erste Pitch kam von Bristol Nimerik von Storekeepers. Das Startup möchte eine ERP Lösung für kleine Geschäfte im Einzelhandel als SaaS-Lösung anbieten. Kleine Händler haben oft das Problem gar kein ERP zu haben, oft wird auch sehr rudimentär mit Excel Listen gearbeitet. Gängige ERP Systeme sind für einen kleinen Einzelhändler in der Regel einfach zu teuer. Hier kommt Storekeepers mit einem auf diese spezielle Zielgruppe zugeschnittenen ERP ins Spiel. Das Team hilft sogar bei der Aufnahme der Produkte in das Inventar. Durch die SaaS-Lösung kann das Startup in Zukunft auch leicht skalieren.

 

Catch your bug
Für Asien-Urlauber Normalität, für Europäer noch ein wenig verwunderlich: Insekten als Nahrungsmittel. Marco Schebesta verarbeitet und vertreibt Insekten, entweder am Stück oder in Form von Mehl. Diese haben einige entscheidende Vorteile und könnten tatsächlich auch ein paar Probleme der Zukunft lösen. So verbrauchen sie in der Zucht deutlich weniger Wasser, brauchen weniger Fläche und haben alle essentiellen Fettsäuren an Bord, die der Mensch braucht; außerdem sind sie reich an Proteinen, Vitaminen und Ballaststoffen. Ein echtes Powerfood also! Catch your bug ist zwischenzeitlich einer der ersten zugelassenen Speiseinsektenzüchter in Deutschland. Wir glauben: von Marco Schebest und Team werden wir in Zukunft noch mehr hören.

Der dritte Pitch kam von Arthur Doppler von der Universität Ulm. Der Biotechniker hat erkannt, dass es ein bestimmtes Antigen auf dem Markt nur unzureichender Menge und Qualität gibt. Deshalb wird er sich daran machen, es in Zukunft selbst herzustellen.
Wir bleiben natürlich dran, sollte sich hier eine Gründung abzeichnen.

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Neuigkeiten

Büros und Coworking für Startups in Ulm/Neu-Ulm

// Ob zentral, stylish oder günstig. Ulm und Neu-Ulm haben für jeden Gründer ein Dach über dem Kopf!

Natürlich könnt ihr in der Garage gründen. Oder im Dachgeschoss eines Gasthofs, wie die Innovations ON es getan hat. Spätestens, wenn das Startup eine gewisse Reife erreicht hat und erste Kunden zu Besuch kommen werdet ihr das aber ganz schnell ändern wollen.
Wir haben Ulm und Neu-Ulm für euch durchstreift und die Startup und Coworking Spaces der beiden Städte für euch zusammengefuchst.

Wer in Ulm nach Büros sucht, kommt um die TFU nicht herum. Mit insgesamt 3 Standorten in Ulm und Neu-Ulm ist die TFU die Anlaufstelle für Gründer und Gründerinnen auf der Suche nach einer neuen Heimat. Hier könnt ihr unkompliziert einzelne Büros mieten und euch flexibel vergrößern, falls euer Startup zur Rakete wird und neues Personal dazukommt.
Im Preis inbegriffen sind z.B. Drucker, Reinigung und die Mitbenutzung der Gemeinschaftsküche. Seminarräume können bei Bedarf hinzugebucht werden. Auch schön: die Mietzeit ist kurz; eben ganz gründergerecht.

Ulm – Science Park II
Ein sehr moderner Standort auf dem Eselsberg in Ulm (und mein Favorit!). Ich war hier selbst ein gutes Jahr eingemietet und habe es keinen Tag bereut.

Pros

  • Moderne, attraktive Büros
  • Innovative Unternehmen und Forschung in unmittelbarer Nachbarschaft, z.B. das Bosch Innovationlab, Sartorius, Nokia, BMW Car-IT und mehr
  • Es gibt im Erdgeschoss eine Kantine. Zusätzlich bekommt ihr was von den Food-Trucks auf den Teller, die hier beinahe täglich Halt machen. Meine Empfehlung: Flotte Lotte. Hungrig muss hier nun wirklich niemand nach Hause gehen!
  • Gute Anbindung durch Autobahn und Straßenbahn
  • Eine sehr nette Aussicht

Cons

  • Parkplätze sind Mangelware
  • Zu den Stoßzeiten ist hier viel Verkehr

 

Ulm – Biotechnologie-Zentrum
Der Name ist Programm. Der Standort ist vor allem für Biotech Unternehmen spannend, da hier diverse Labors mitgenutzt werden können.

Pros

  • Einfacher Zugriff auf Laborequipment
  • Infrastruktur wie Supermärkte, Restaurants und Bus+Bahn in der Nähe

Cons

  • Aufgrund der Lage steht man hier zu Stoßzeiten schonmal im Stau

Neu-Ulm – Gründerzentrum
Ein eher unauffälliger Standort. Die TFU wurde hier einst ins Leben gerufen. Das Alter spürt man dem Gebäude zwar etwas ab, das Gründerflair hat sich aber trotzdem super gehalten. Platz zum Arbeiten, andere Startups: was will man mehr?

Pros

  • Gute Anbindung mit dem Auto und Bus
  • Günstiger als die anderen Standorte
  • Gastronomie und Supermarkt in der Nähe
  • Wiley-Park in der Nähe

Cons

  • Sehr wenige Parkplätze

Im schönen Söflingen liegt das Business Center Ulm. Hier gibt es einzelne Büros und einen Coworking-Space unter einem Dach.

Pros

  • Flexible Laufzeiten
  • Telefonzentrale hinzubuchbar
  • Weitere Services, z.B. Kaltakquise
  • Gastronomie und Supermarkt in unmittelbarer Nähe

Cons

  • Zu Stoßzeiten sehr verkehrsintensiv

Mit dem Ausbau der Wilhelmsburg zieht in die Burganlage wieder Leben ein. Zwei Stockwerke wurden modernisiert und an junge Unternehmen vermietet. Sicher einer der außergewöhnlichsten Standorte für Gründer.

Pros

  • Modern renovierte Räume
  • Hoch repräsentative, geschichtsträchtige Location
  • Gute Anbindung an Autobahn und Bus
  • Ruhiger Standort im Grünen
  • Im Sommer finden im Hof diverse Events statt

Cons

  • Keine Gastronomie oder Supermärkte in unmittelbarer Nähe
  • Es gibt eine Warteliste
  • Raumakkustik ist durch die hohen Decken eine Herausforderung

Mitten in der Ulmer City gelegen ist diese Location sicher eine der schicksten Plätze zum Arbeiten. Vor allem, wenn man selbst in der Stadt wohnt. Hier sind vor allem Freelancer unterwegs, für ganze Teams eignet sich der eher kleine Coworking-Space also nicht.

Pros

  • Zentral in Ulm
  • Vielfältige Gastro, Supermarkt, öffentliche Verkehrsmittel in unmittelbarer Nähe

Cons

  • Schwierige Parkplatzsituation
  • Zu Stoßzeiten lange Wartezeiten im Feierabendverkehr

Im Geschwister-Scholl-Haus finden wir den 3F Coworking-Space. Diese Location ist schön eingerichtet und liegt ebenfalls sehr zentral am Rande der Oststadt.

Pros

  • Zentrale Lage, gute Anbindung
  • Gastro und Supermarkt in unmittelbarer Nähe
  • Community Angebote wie gemeinsames Mittagessen und After-Work

Cons

  • Zu Stoßzeiten steht man im Feierabendverkehr
  • Schwierige Parkplatzsituation

Details zu dieser Location folgen, wenn die pandemiebedingten Lockerungen es wieder zulassen. So beschreibt sich der Coworking Space selbst:

“Ein gepflegter Arbeitsplatz. Zugang zu jeder Zeit. Ruhe. Menschen kennen lernen und Kontakte knüpfen. Im Coworking Ulm hast Du Raum, Deine Projekte und Dein Business voran zu treiben, musst Dich um nichts als Deine Geschäft kümmern.”

Auch Illertissen hat ein modernes Coworking Angebot, das sich NeueHeimat nennt.

Nach eigenen Angaben gibt es Büros, Lagerflächen, eine Werkstatt und einen Fitnessraum. Offenbar gibt es auch eine Lounge, einen großen Kinderraum und eine Kaffeebar. Klingt doch super!
Illertissen ist in 20 Minuten über die A7 zu erreichen. Damit ist die NeueHeimat also eine echte Alternative zu Räumen in der City.

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Neuigkeiten Stories

Voller Einsatz für Startups: die IHK Ulm

// Startup Ökosystem Ulm powered by IHK Ulm

Wenn man von Startups spricht, kommt einem nicht unbedingt zuerst Ulm in den Sinn. Zweifelsohne liegt Ulm für Startups strategisch eigentlich äußerst günstig, allerdings tat sich die Stadt mit Neuem in der Vergangenheit eher schwer. Das Mindset war schon immer eher konservativ und verhalten. Nicht selten schweiften Unternehmen bei ihrer Anbietersuche gerne in die Ferne zum etablierten Anbieter; sogar dann, wenn in der eigenen Stadt die gleiche oder sogar bessere Qualität von einem Startup angeboten wurde. Ein Produktmanager verriet mir einst sogar, dass man neue Produkte immer zuerst in Schwaben testete.

“Wenn es hier funktioniert, läuft es überall.”

So überrascht es wenig, dass Gründer aus Ulm die Stadt oft verlassen. Mit Stuttgart und München als Nachbarn bieten sich hier zwei Startup-Ökosysteme an, die die Zeichen der Zeit sehr früh erkannt haben und entsprechend um Talente buhlen. Mit großem Erfolg!

Deshalb überrascht es vielleicht auch, dass die neue Startup-Initiative “Startup-Region Ulm” gerade von der IHK Ulm ins Leben gerufen wurde. Kann das funktionieren? Ist die Kluft zwischen der Szene und der althergebrachten IHK nicht zu groß, die Vorstellungen zu unterschiedlich?
Es hat sich herausgestellt: es funktioniert ganz wunderbar.

Als die Initiative 2017 ins Leben gerufen wurde, haben sich ein Dutzend Startups in der IHK zusammenrufen lassen, um sich das Ganze aus der Nähe anzuschauen. Eingeladen war dazu Johannes Ellenberg*, einer der bekanntesten Akteure der Startup-Szene in Stuttgart. Er berichtete von seinen Erfahrungen und gab der jungen Community wertvolle Tipps und Rat für die gemeinsame Zukunft.
In den nächsten Monaten entwickelte sich die Initiative sehr gut. Neue Startups kamen hinzu und die monatlichen Treffen wurden zu einer festen Größe in der Szene. Insbesondere für die Event-Formate hatte das Team um Michael Reichert einen guten Riecher. Das fängt von ganz praktischen Impulsen zu wichtigen Themen an, z.B. Pitch-Training oder Mentorensuche, und geht bis zum Startup-meets-Mittelstand Format, wo beide Ökosysteme in unkomplizierter Atmosphäre zusammengebracht werden. Daraus haben sich für beide Seiten zwischenzeitlich auch wertvolle Kooperationen entwickelt. Als Startup kann man sich kaum mehr wünschen!

Hier zeigt sich nämlich die Stärke einer klassischen Einrichtung, die den Sinn für die Moderne beibehalten hat. Sie kann ihre Verbindung zum Mittelstand nutzen und als Brücke zwischen beiden Welten fungieren. Die Region als Ganzes wird davon nur profitieren. Die IHK Ulm hat sich diesem Ziel verschrieben und trifft es bis jetzt auch sehr gut. Dass diese Initiative im vorsichtigen Ulm grade von einer Einrichtung wie der IHK kommt, macht Hoffnung für die Zukunft. Ulm muss sich langfristig als Startup-Ökosystem behaupten, um zwischen den beiden Riesen im Osten und Westen nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Es ist dringend notwendig, Gründern hier eine Heimat zu geben. Sicherlich muss Ulm noch Vieles aufholen, allerdings sind die Voraussetzungen gut und die eingeschlagene Richtung stimmt. Hält man das Commitment aufrecht, sollte die Szene auch weiterhin stetig wachsen.

Ich konnte mich mit Michael Reichert, Leiter des StarterCenters dazu austauschen.

Michael, was hat euch bei der IHK dazu bewegt die Initiative zu ergreifen und die Startup-Community zu gründen?

Bei der IHK Ulm gab es schon lange großes Engagement im Bereich der Gründerberatung und –Begleitung. Bereits 2001 wurde deshalb das StarterCenter gegründet. Ziel der Initiative war es vor allem, den Austausch unter den regionalen Startups sowie den Austausch zu etablierten Unternehmen und Institutionen zu fördern.

Wie sehen eure Pläne und Ziele für die nächsten Jahre aus?

Die Initiative hat sich schnell zu einer Community mit regelmäßigen Treffen sowie Aktivitäten entwickelt. Wir wünschen uns, dass wir die vielfältigen und steigenden Aktivitäten in der Region unter dem Dach der Startup-Region bündeln können und so gemeinsam mit allen anderen Akteuren in der regionalen Gründerszene die Strahlkraft auch überregional erhöhen. Insbesondere an den Hochschulen und an der Uni hat sich hinsichtlich Gründungskultur in den vergangenen Jahren einiges getan. Unser Ziel ist es hier weiter gemeinsam an einem Strang zu ziehen.

Für Venture-Capital gehen Startups ja noch immer in die großen Städte. Macht ihr euch darüber Gedanken?

Natürlich ist die Finanzierung von Startups ein sehr wichtiges Thema. Wir haben aber gerade hier in der Region ein sehr gutes Netzwerk. Für die Frühphasenfinanzierung haben wir mit der TFU einen Partner von Startup-BW Pre Seed direkt vor Ort. VC-Fonds investieren in der Regel nicht zwingend regional, sondern eher nach Branchen. Bei der Suche nach VC-Gebern ist die Region in der sich die Akteure auf kurzen Wegen kennen sicherlich kein Wettbewerbsnachteil. Bei der IHK Ulm gibt es für das Thema Finanzierung auch einen Spezialisten, an den sich Startups selbstverständlich wenden können.

Was hast du aus der Arbeit mit Startups gelernt?

Ich war ja auch schon vor meiner IHK-Zeit durch eigene unternehmerische Erfahrungen geprägt. In der Arbeit mit Startups habe ich gelernt schneller auf den Punkt zu kommen und mit einer Idee schneller um die Ecke zu kommen. Ich sehe Fehler heute aus einer anderen Perspektive. Ich würde zwar immer noch Risiken abwägen. Manchmal sind Fehler aber günstiger als zu langes abwarten und sie bringen oft auch neue Impulse. Wichtige Impulse bringt aber auch der Austausch untereinander. Die Offenheit in der Gründerszene, sich über Tipps und Fehler auszutauschen begeistert mich besonders.

Auch Martin Deinhard, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm, hat ein Anliegen für Startups. Seine Message dazu:

Startup-Ideen können die Welt von morgen verändern. Funktioniert die Kooperation zwischen Startups und etablierten Unternehmen, so ist dies auch ein wichtiger Faktor für Wirtschaftswachstum und Innovationen. Uns ist es ein Anliegen, Startups und etablierte Unternehmen zu verbinden. Deshalb engagieren wir uns neben unseren vielen Angeboten in der Gründungsberatung gerne in der regionalen Startupszene . Ein Erfolgsformat ist beispielsweise zweimal jährlich unser “Startup meets Mittelstand” Event.

*Johannes Ellenbergs Buch “Der Startup Code” bei Amazon

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Fitness Stories

Infinite Running

// The Endless Upgrade Shoe

Portrait:
Infinite Running entwickelt einen nachhaltigen, fair produzierten Laufschuh. Dabei werden stark beanspruchte Teile einzeln ausgewechselt, sodass der Schuh als Ganzes erhalten bleibt.

Status 2020: kurz vor Markteinführung

“Im Fernseher habe ich gesehen, wie sie aus einem verendeten Wal einen ganzen Schuh herausgeholt haben. Das hat mich nachdenklich gemacht.”

So beschrieb es Nico Russ einmal in einem Gespräch. Schuhe sind, wie so vieles in unserer Gesellschaft, ein Wegwerfprodukt. Das liegt natürlich in der Natur von Schuhen. Ist doch ganz selbstverständlich, oder?
Nico gehört zu einer Generation von Gründern, die scheinbar Selbstverständliches in Frage stellen. In diesem Fall folgten den Gedanken auch Taten. Er hat sich gefragt, ob ein Schuh wirklich im Müll landen muss, wenn die Sohle durchgelaufen ist.

Das Ergebnis ist der Infinite One: ein Laufschuh mit erneuerbarer Sohle. Diese besteht nämlich aus einzelnen Elementen, die einzeln ausgetauscht werden können. So muss noch nicht einmal die gesamte Sole getauscht werden, sondern nur jene Elemente, die abgenutzt sind.

Doch wie entwickelt man eigentlich einen Schuh?
Man kann sich vorstellen, dass Nadel und Faden dafür nicht ausreichen. Gemeinsam mit seinem Seed Investor holte Nico Russ Experten an Bord, die ihm halfen den Schuh zu entwickeln. Auch für Marketing und Vertrieb holte er sich Verstärkung. Weiterentwickelt wurde der Schuh an seinen eigenen Füßen. Nico geht selbst regelmäßig beim Halbmarathon an den Start. So hat er seine Prototypen selbst auf Herz und Nieren testen können. Einige hat er davon schon durchgelaufen, sagt er. In der Höhle der Löwen würden sie ihn einen „echten Gründer“ nennen. Er hat die nötige Begeisterung, kennt die Materie gut und lebt seine Idee.

Eine Kostprobe seines Elevator-Pitches in sauberstem Schwäbisch könnt ihr euch direkt hier ansehen. Ich finde: läuft bei ihm!

Nico, du hast gegründet, nachdem du die Bundeswehr verlassen hast. Ich habe selbst auch gedient und treffe immer wieder Ex-Soldaten in der Startup-Szene. Was hat dich die Zeit beim Militär gelehrt, das dir als Gründer hilft?

Ich glaube die grundlegenden Schlüsselqualifikationen Disziplin, Ausdauer, Durchhaltevermögen, Pünktlichkeit und Ehrgeiz profitieren sehr von meiner Bundeswehrzeit. Sie waren vorher natürlich auch vorhanden aber wurden durch die Erfahrungen dort noch ausgeprägter. Sicher wird es auch auf die Truppengattungen ankommen, ob es in den Stammeinheiten so bleibt, aber eine Grundausbildung halte ich tatsächlich entgegen vieler Meinungen meiner Bekannten für eine der besten Dinge, die junge Leute absolvieren können. Wer im Nachgang dann reflektiert erkennt, dass dort mehr dahinter steht als nur stumpfer Dienst. Es geht viel darum, diese Kernkompetenzen aufzubauen und zu kultivieren. Dies wird dann gerade für Gründer irgendwann überlebenswichtig. 

Dein innovativer Laufschuh hat in den letzten Monaten ja ganz schön Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Auf der StartupBW 2019 hast du den Nachhaltigkeitspreis gewonnen. Fachmagazine berichten über dich.
Wie wirkt sich die mediale Aufmerksamkeit auf dein Geschäft aus?

Auf der einen Seite ist es natürlich toll immer wieder ein so großartiges Feedback zu erhalten. Auch das Interesse an meinem “Warum” freut mich. Auf der anderen Seite darf man bei all dem nicht den Fokus verlieren. Der Fokus muss natürlich nach wie vor darauf gerichtet sein in Zukunft Geld damit zu verdienen. In meinem Fall musste ich ja sogar noch die Entwicklung, die bis dato aus Prototypen bestand, zu einer Serienreife weitertreiben.

Man könnte meinen, das Thema Running wird ganz gut von 2-3 großen Marken bedient. Warum bist du davon überzeugt, dass dein Laufschuh nachgefragt ist?

Ohne ein großer Wirtschaftsökonom zu sein glaube ich zu wissen, dass gerade diese großen Marken, die wir im Kopf haben, eklatante Fehler machen, die sich anhand der gesteigerten Gewinne jedes Jahr ablesen lassen. Lass’ mich das erklären:
Diese Gewinnsteigerungen sind irgendwann nicht mehr mit Verkäufen zu erreichen, sondern vor allem durch Einsparungen in der Produktion. Wir reden da von niedrigeren Lohnkosten, Kompromissen bei der Qualität oder eben Erhöhungen der Produktpreise. Dies führt vor allem zu Unmut bei den Endverbrauchern weil in gleichem Ausmaß kein Mehrwert mehr gegeben werden kann. Meine Chance ist ein Produkt, das zu Ende gedacht wurde: vom Transportweg bis hin zum Nutzen des Endkunden. Den Geist der Zeit denke ich sehr gut zu treffen im Bereich Nachhaltigkeit, Individualisierung und Fairness. Unser Schuh ist “Made in Germany”.

Was war für dich die größte Herausforderung in den letzten Monaten?

Zwischen all den vielen Kleinigkeiten nicht den Überblick zu verlieren, das finde ich sehr schwer. Irgendwann kommt man an einen Punkt, wo es auf Feinheiten ankommt. Diese Stellschrauben richtig zu bedienen ist nicht einfach. Da geschehen natürlich nach wie vor Fehler. Corona traf Infinite Running ebenso zu einem gewissen Grad und auch das Treffen mit Händlern ist sehr erschwert. Wir sehen aber, dass grade viel Outdoor-Sport getrieben wird. Das ist eine gute Entwicklung für uns.
Ich hoffe natürlich, dass sich die Krise bald wieder legt und wir das alles gemeinsam durchgestanden haben.
Wenn ich einen Ausblick wagen darf: für mich könnte die Anbindung an den Markt nächstes Jahr dann etwas intensiver ausfallen, da die wichtigen großen Messen dieses Jahr nicht mehr stattfinden werden.

Deine Vision für Infinite Running

Natürlich ist das Ziel bald profitabel zu werden. Mittelfristig wollen wir Innovation vorantreiben, z.B. durch den Einsatz moderner Technologie aus dem Bereich Connected-Footwear. Damit kann man Bewegungsdaten analysieren und Heilungsprozesse beobachten. Das sind Dinge, an denen wir bereits jetzt auch schon arbeiten.

Dein Drink

Ich bin Leistungssportler. Aber auch hinsichtlich Ökobilanz und Preis ist mein Favorit: Leitungswasser.

Danke, Nico!

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IT

Innovations ON

//Ulms Rising Star der Digitalisierung

Portrait:
Die Innovations ON GmbH berät und unterstützt Unternehmen in Themen rund um Cloud Technologie mit Amazon Web Services und Microsoft Azure. Beizeiten soll dann auch die Gaia-X dazukommen. Damit treibt sie an vorderster Front die Digitalisierung und Industrie 4.0 voran. Vor allem Mittelstand und Enterprise setzen auf das Know-How der Ulmer.

Doch wie schaffte es Gründer Tom Simon in nicht einmal 2 Jahren internationale Konzerne von sich und seiner Firma zu überzeugen? Das wird er uns gleich erzählen. Vorher wollen wir noch einen kurzen Blick auf die Geschichte des Unternehmens werfen.
Im Oktober 2018 gründete Tom, damals 20 Jahre alt, die Innovations ON GmbH. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits unternehmerische Erfahrung mit seiner eigenen Hosting Firma gesammelt. Darauf angesprochen, wie man eigentlich darauf kommt als junger Mann eine Firma zu gründen antwortet er mit einem Augenzwinkern:
“Da hab’ ich halt Spaß dran gehabt.”

Ein wenig mehr steckt dann aber schon dahinter, wie ich ahne. In seiner Ausbildung zum Fachinformatiker liegt sein Fokus bereits auf Cloud Technologie. Es dauert nicht lange, bis er als Freiberufler tätig wird und nun auf projektbasis Unternehmen berät und Schulungen hält. Zum Höhepunkt dieser Phase zählt sicherlich sein Mitwirken am Audi Konfigurator, den man auf der Webseite des Automobilherstellers finden kann. In dieser Zeit hat er das Potential der Cloud erkannt, sagt er. Und die Entscheidung getroffen, eine Firma zu gründen.

Man erwischt sich fast dabei, den Vergleich mit Bill Gates zu ziehen, der Microsoft in einer Garage gegründet hat. Toms erstes Büro war fast genau so gut ausgestattet: unterm Dach in einer Gaststätte im Silicon-Valley Neu-Ulms: Holzschwang. Zusammen mit seinem ersten Mitstreiter bezog er das Dachgeschoss, in dem noch eine alte, holzverkleidete Bar stand und mehrmals täglich die Hauskatze zu Besuch kam. Doch es war alles da, um mit der Arbeit zu beginnen.

Es war eine aufregende Zeit und er denkt gerne daran zurück, sagt er.
Einige Monate später konnte das Startup dann bereits in das TFU Innovationszentrum im Science Park 2 nach Ulm wechseln. Im April 2020 folgte dann der Umzug in die Wilhelmsburg am Ulmer Michelsberg. Zu dieser Zeit war das Unternehmen auf 20 Mitarbeiter angewachsen und hatte einen neuen, starken Verbündeten gefunden: Oliver Schallhorn, den langjährigen Geschäftsführer der Fritz & Macziol.
Eine irre Geschwindigkeit, die die Innovations ON hier vorlegt. Mit dieser Schlagkraft hat sie in den nächsten Jahren einiges vor: in Bayern und Baden-Württemberg will sie der erste Ansprechpartner für die Digitalisierung im Mittelstand sein.


Sind die Ziele zu hoch gesteckt, fragt man sich? Wenn man die jüngsten Erfolge des Startups betrachtet, scheint es tatsächlich gar nicht so weit hergeholt. Die Innovations ON hat zwischenzeitlich ein paar große Namen auf der Kundenliste. Audi, Wirecard und die Allianz arbeiten mit den Ulmern zusammen. Aber auch bekannte lokale Firmen wie ZwickRoell, Max Wild oder Transporeon setzen auf das Know-How des Unternehmens. Das ist in der Tat beträchtlich für ein Startup, beträgt eine normale Anlaufzeit auf den Markt doch gut und gerne mal mehrere Jahre. Was also macht die Innovations ON so besonders?

“Zum Einen haben wir starke Erfahrungen in einem Umfeld, in dem viel Unsicherheit herrscht. Cloud Technologie ist im breiten Markt noch nicht richtig angekommen und viele, die Beratung dazu anbieten, können die Umsetzung nicht leisten. Unser Angebot ist deshalb vor allem für den Mittelstand extrem spannend. Wir entwickeln eine Cloud-Strategie, setzen Sie im nächsten Schritt gemeinsam um und managen in der Folge die gesamte Architektur. Das nennt sich dann “Managed Services” und umfasst Monitoring, Support; diese Dinge. Wir sind also vom ersten Schritt bis zum produktiven Einsatz an der Seite unserer Kunden. Parallel ist es uns immer wichtig, die Mitarbeiter dort zu enablen, z.B. durch Trainings, die Cloud-Wissen vermitteln. Das spart ihnen extrem viel Zeit, Geld und vor allem Nerven.
Unser Managed-Service ist auch nach ISO zertifiziert. Für Unternehmen ist das wichtig; grade, wenn sie stark reguliert sind wie Krankenkassen oder Banken. Ein vergleichbares Portfolio ist am Markt extrem schwer zu finden.”

Tom, warum sollten Unternehmen Cloud-Technologie einsetzen?

Stell’ dir Folgendes Szenario vor:
Ein paar Jungs tun sich zusammen und gründen ein Startup. In einer Woche haben sie ihre Arbeitsplätze und ggf. eine Entwicklungsumgebung aufgezogen und beginnen damit, jemandes Geschäftsmodell herauszufordern oder zu disruptieren. Sie haben alle Rechenkapazitäten, die sie benötigen, und müssen keine Gespräche über Kredite für Server führen. Wenn dann so etwas wie Corona kommt, fahren sie ihre IT-Ressourcen (und Kosten) runter oder verschwinden dank mobiler Arbeitsplätze ins Home-Office, wo die Arbeit einfach weitergeht. Die Talente von heute sehen das und verlassen ihre Arbeitgeber, um in solchen modernen Unternehmen zu arbeiten.
In unterschiedlicher Ausprägung sehen wir das bei unseren Kunden.
Ein dermaßen hoher Grad an Mobilität und Innovation birgt eine Schlagkraft, die man als Mittelstand und als Enterprise einfach nicht ignorieren darf. Wir bieten diesen Unternehmen Zugang zu den selben Technologien an, damit sie zukunfts- und wettbewerbsfähig bleiben.


Abschließend: Was würdest du Unternehmen raten, die keine oder wenige Berührungspunkte mit der Cloud haben?

Einfach mal anrufen oder zu unserem Weißwurstfrühstück in der Bundesfestung in Ulm vorbeikommen (Termine einfach per Mail anfragen). Wir zeigen Ihnen erste Ansatzpunkte, die in jedem Unternehmen umgesetzt werden können. Im Rahmen eines POC ist der Ressourceneinsatz gering und der Erkenntnisgewinn hoch.
Unternehmen, die bereits mehr Erfahrung haben können wir in spezielleren Themen unterstützen, z.B. in Kubernetes oder IoT.

 

Dein Drink

Gin Tonic

 

Danke für deine Zeit!